NRW: Immer mehr Menschen in Nordrhein-Westfalen bleiben auch im höheren Alter im Berufsleben. Im Jahr 2025 waren 72,7 Prozent der 55- bis 64-Jährigen erwerbstätig. Das entspricht rund 2,05 Millionen Menschen. Vor 20 Jahren lag die Erwerbstätigenquote in dieser Altersgruppe noch bei 42,9 Prozent.
Das geht aus aktuellen Ergebnissen des Mikrozensus hervor, die das Statistische Landesamt IT.NRW anlässlich des Internationalen Tags der älteren Menschen am 1. Oktober veröffentlicht hat.
Deutlicher Anstieg seit 2005
Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung bei den 55- bis 64-Jährigen. Während im Jahr 2005 lediglich 42,9 Prozent dieser Altersgruppe einer bezahlten Beschäftigung nachgingen, waren es 2025 bereits 72,7 Prozent.
Auch bei den 65- bis 74-Jährigen ist die Erwerbstätigkeit deutlich gestiegen. Die Quote erhöhte sich von 4,3 Prozent im Jahr 2005 auf 17,5 Prozent im Jahr 2025. Von den Menschen dieser Altersgruppe, die bereits eine gesetzliche Altersrente bezogen, arbeitete 2025 noch rund jede siebte Person weiter. Konkret waren es 14,2 Prozent.
IT.NRW nennt mehrere mögliche Faktoren für die Entwicklung. Dazu zählen unter anderem Veränderungen beim Renteneintrittsalter und der Abbau von Anreizen zur Frühverrentung. Auch die gestiegene Erwerbstätigkeit von Frauen sowie der wachsende Fachkräftebedarf spielen nach Angaben des Statistikamtes eine Rolle.
Frauen holen deutlich auf
Auch beim Vergleich zwischen Männern und Frauen hat sich die Situation verändert. Männer sind zwar weiterhin häufiger auch im höheren Alter erwerbstätig, der Abstand hat sich jedoch deutlich verringert.
Bei den 55- bis 64-jährigen Frauen stieg die Erwerbstätigenquote von 35,0 Prozent im Jahr 2005 auf 68,2 Prozent im Jahr 2025. Bei den Männern erhöhte sie sich im gleichen Zeitraum von 51,1 auf 77,3 Prozent.
Noch deutlicher fällt die Entwicklung bei den 65- bis 74-Jährigen aus. Bei den Frauen stieg der Anteil von 2,7 auf 14,2 Prozent. Bei den Männern erhöhte er sich von 6,2 auf 21,1 Prozent.
Teilzeit und Minijobs im höheren Alter verbreitet
Mit zunehmendem Alter verändert sich allerdings auch die Form der Beschäftigung.
Von den erwerbstätigen 55- bis 64-Jährigen arbeiteten 2025 68,3 Prozent in Vollzeit und 31,7 Prozent in Teilzeit. Bei den 65- bis 74-Jährigen war das Verhältnis umgekehrt: Nur 32,2 Prozent arbeiteten noch in Vollzeit, während 67,8 Prozent einer Teilzeitbeschäftigung nachgingen.
Auch geringfügige Beschäftigungen spielen bei den älteren Erwerbstätigen eine größere Rolle. Bei den abhängig Beschäftigten im Alter von 55 bis 64 Jahren waren 7,5 Prozent geringfügig beschäftigt. Bei den 65- bis 74-Jährigen lag dieser Anteil bereits bei 50,6 Prozent.
Zudem steigt mit zunehmendem Alter der Anteil der Selbstständigen. 2025 waren 10,7 Prozent der erwerbstätigen 55- bis 64-Jährigen selbstständig. Bei den 65- bis 74-Jährigen lag der Anteil bei 25,3 Prozent.
Ältere machen einen großen Teil der Bevölkerung aus
Die Entwicklung gewinnt auch mit Blick auf die Altersstruktur an Bedeutung. Die Gruppe der 55- bis 64-Jährigen machte 2025 15,8 Prozent der Bevölkerung Nordrhein-Westfalens aus. Zum Vergleich: Auf die 15- bis 24-Jährigen entfielen 10,2 Prozent.
Viele der heute 55- bis 64-jährigen Erwerbstätigen werden allerdings in den kommenden Jahren aus dem Berufsleben ausscheiden. Damit bleibt die Entwicklung der Erwerbstätigkeit älterer Menschen auch für den nordrhein-westfälischen Arbeitsmarkt relevant.
Wichtiger statistischer Hinweis: Die Zahlen von 2005 und 2025 sind laut IT.NRW aufgrund methodischer und konzeptioneller Änderungen beim Mikrozensus nur eingeschränkt miteinander vergleichbar. Die Ergebnisse für 2025 sind zudem Erstergebnisse.
Quelle: IT.NRW, Statistisches Landesamt Nordrhein-Westfalen, 29. September 2026