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Am heutigen Mittwoch, 12. August 2026, blickten Millionen Menschen in Europa gespannt zum Himmel. Eine seltene totale Sonnenfinsternis zog über Teile der Nordhalbkugel hinweg. Auch in Deutschland war das Ereignis zu beobachten – allerdings nicht als totale, sondern als tiefe partielle Sonnenfinsternis.

Besonders spektakulär war der Anblick dort, wo der Mond die Sonne vollständig verdeckte. Der sogenannte Totalitätsstreifen verlief unter anderem über Grönland, Island und Spanien. Dort verschwand die Sonnenscheibe für kurze Zeit vollständig hinter dem Mond.

Warum kommt es überhaupt zu einer Sonnenfinsternis?

Eine Sonnenfinsternis entsteht, wenn Sonne, Mond und Erde nahezu exakt auf einer Linie stehen. Der Mond befindet sich dabei zwischen Erde und Sonne und wirft seinen Schatten auf die Erdoberfläche.

Das klingt zunächst einfach – tatsächlich ist eine solche Konstellation jedoch relativ selten. Der Grund: Die Mondbahn ist gegenüber der Erdbahnebene um einige Grad geneigt. Bei den meisten Neumonden zieht der Mond deshalb aus unserer Sicht oberhalb oder unterhalb der Sonne vorbei.

Bei einer totalen Sonnenfinsternis trifft der Kernschatten des Mondes auf die Erde. In diesem schmalen Bereich wird die Sonne vollständig verdeckt. Außerhalb des Totalitätsstreifens ist dagegen lediglich eine partielle Finsternis zu sehen.

Deutschland erlebt eine tiefe partielle Finsternis

Für Deutschland war das Ereignis ebenfalls außergewöhnlich. Die Finsternis begann hier je nach Standort gegen 19:11 Uhr und dauerte bis zum Sonnenuntergang. Die maximale Bedeckung wurde ungefähr zwischen 20:05 und 20:18 Uhr erreicht.

Besonders weit wurde die Sonne im Südwesten Deutschlands vom Mond bedeckt. Dort konnten rund 90 Prozent der Sonnenscheibe verschwinden. Im Norden und Osten war die Bedeckung etwas geringer.

Was geschieht während einer totalen Finsternis?

Dort, wo die totale Phase erreicht wurde, verändert sich die Umgebung innerhalb kurzer Zeit dramatisch.

Der Himmel wird deutlich dunkler, die Temperatur kann spürbar zurückgehen und die Korona der Sonne wird sichtbar. Dabei handelt es sich um die äußerst dünne äußere Atmosphäre der Sonne.

Normalerweise wird die Korona vom hellen Licht der Sonnenscheibe überstrahlt. Während der Totalität verschwindet diese helle Scheibe jedoch hinter dem Mond – und die Korona kann mit bloßem Auge sichtbar werden.

Genau das macht eine totale Sonnenfinsternis für Astronomen und Hobbybeobachter zu einem ganz besonderen Ereignis.

Warum sieht der Mond überhaupt genauso groß aus wie die Sonne?

Eine faszinierende Besonderheit steckt hinter der totalen Sonnenfinsternis: Obwohl die Sonne rund 400-mal größer als der Mond ist, ist sie auch ungefähr 400-mal weiter von der Erde entfernt.

Dadurch erscheinen beide Himmelskörper von der Erde aus betrachtet ungefähr gleich groß.

Das ist der Grund, warum der Mond die Sonnenscheibe vollständig abdecken kann.

Allerdings verändert sich dieses Verhältnis langfristig. Der Mond entfernt sich jedes Jahr um einige Zentimeter von der Erde. In sehr ferner Zukunft werden totale Sonnenfinsternisse deshalb von der Erde aus nicht mehr möglich sein.

Ein wichtiger Unterschied: total oder partiell?

Für Deutschland gilt deshalb eine wichtige Unterscheidung:

Deutschland: partielle Sonnenfinsternis
Teile von Spanien und Island: totale Sonnenfinsternis

Die berühmte „schwarze Sonne“ mit sichtbarer Korona war also nur innerhalb des schmalen Totalitätsstreifens zu sehen. NASA zufolge verlief dieser unter anderem über Grönland, Island und Spanien.

Ein astronomisches Ereignis mit Seltenheitswert

Die Sonnenfinsternis vom 12. August 2026 verbindet mehrere außergewöhnliche Faktoren: eine totale Finsternis über Teilen Europas, eine tiefe partielle Finsternis in Deutschland und den ungewöhnlichen Zeitpunkt am Abend nahe Sonnenuntergang.

Für viele Menschen war es deshalb weit mehr als ein kurzer Blick zum Himmel. Für einige Minuten wurde aus einem gewöhnlichen Augustabend ein außergewöhnliches astronomisches Schauspiel.

Und während in Deutschland nur eine schmale Sonnensichel zu sehen war, wurde der Himmel an den Orten im Totalitätsstreifen tatsächlich dunkel – ein faszinierender Moment, bei dem die Sonne mitten am Tag beziehungsweise am Abend für kurze Zeit hinter dem Mond verschwand.

 

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