Symbolbild mit KI erstellt

Niederzier / Hambacher Forst: Die Fahndung nach dem mutmaßlichen Täter hinter mehreren Sabotageversuchen an Stromanlagen läuft weiter. Nachdem am Freitagabend ein auffälliger Lastwagen in Niederzier nahe dem Hambacher Forst von einem Spezialeinsatzkommando gestürmt worden war, konzentrieren sich die Ermittlungen am Samstag weiterhin auf das Gebiet im Kreis Düren.

Der gesuchte Daniel V. befand sich nach bisherigen Erkenntnissen nicht in dem Lastwagen. Das Fahrzeug soll dem Tatverdächtigen zugeordnet werden und wurde in der Nacht von der Polizei sichergestellt und abtransportiert. Spezialisten des Landeskriminalamtes hatten zuvor umfangreich Spuren an dem Fahrzeug gesichert.

Rund 20 Polizeifahrzeuge in Niederzier

Am Samstag sind die Ermittler weiterhin mit einem größeren Kräfteaufgebot in Niederzier im Einsatz. Nach Angaben des WDR befinden sich dort rund 20 Mannschaftswagen der Polizei. Die Beamten arbeiten an der Spurensuche und Spurensicherung.

Besonders interessant für die Fahnder könnten dabei Aufnahmen von Wildkameras aus dem Hambacher Forst sein. Die Polizei hat Datenträger entsprechender Kameras sichergestellt. Nun soll überprüft werden, ob der gesuchte Daniel V. auf den Aufnahmen zu erkennen ist.

Seit dem Mittag wurde die Suche zudem erneut aus der Luft unterstützt. Ein Polizeihubschrauber war am Samstag über dem Gebiet im Einsatz.

SEK stürmte Lastwagen – Tatverdächtiger nicht angetroffen

Am Freitagabend hatte sich die Fahndung plötzlich auf Niederzier konzentriert. Ein auffälliger, hoher Lastwagen war nahe dem Hambacher Forst entdeckt worden. Einsatzkräfte eines Spezialeinsatzkommandos näherten sich dem Fahrzeug und stürmten es.

Der gesuchte Mann war jedoch nicht darin. Anschließend wurde zunächst der Lastwagen untersucht. Auch ein Spürhund kam zum Einsatz. Danach durchsuchten Polizeikräfte Teile des angrenzenden Hambacher Forstes.

NRW-Innenminister Herbert Reul erklärte am Freitagabend, der Tatverdächtige könnte möglicherweise zu Fuß unterwegs sein. Eine Suche mit einem Polizeihubschrauber und Wärmebildtechnik brachte zunächst keinen Erfolg.

Der Lastwagen wurde schließlich in der Nacht auf ein Sicherstellungsgelände der Polizei gebracht.

Polizei findet mehrere Abschussvorrichtungen

Parallel zur Fahndung werden die bisherigen Sabotagefälle weiter untersucht. Nach dem aktuellen Ermittlungsstand wurden in Bergheim neun Abschussvorrichtungen, in Dormagen zwei und im Bereich Weisweiler eine entsprechende Vorrichtung gefunden.

Bei den bisherigen Vorfällen sollen mit selbstgebauten Flugkörpern leitfähige Materialien in Hochspannungsleitungen gebracht worden sein. Dadurch sollten Kurzschlüsse verursacht werden. In Bergheim führte ein solcher Vorfall zeitweise dazu, dass mehrere Kraftwerksblöcke vom Netz gingen.

Auch in Brandenburg war ein Umspannwerk Ziel eines entsprechenden Angriffsversuchs.

Bekennerschreiben werden untersucht

Die Ermittler haben zwei handschriftliche Bekennerschreiben, die mit dem Namen Daniel V. unterzeichnet sind. Nach Angaben von NRW-Innenminister Reul halten die Ermittler die Schreiben für authentisch. Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass damit die Täterschaft des Unterzeichners bewiesen ist. Die Ermittlungen sollen weiterhin klären, wer tatsächlich hinter den Angriffen steckt und ob weitere Personen beteiligt sind.

In den Schreiben wird unter anderem gegen die Nutzung fossiler Energieträger Stellung bezogen. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt sprach angesichts der bisherigen Erkenntnisse von einer möglichen Motivation aus dem Bereich des „Klimaextremismus“. Auch diese politische Bewertung ist noch keine abschließende Feststellung der Ermittlungsbehörden oder eines Gerichts.

Fahndung läuft weiter

Für den Kreis Düren bleibt die Lage damit weiterhin besonders relevant. Der gesuchte Mann wurde trotz des SEK-Einsatzes am Hambacher Forst bislang nicht gefunden. Die Polizei wertet jetzt unter anderem die Aufnahmen der Wildkameras aus und sichert weitere Spuren.

Die Polizei bittet weiterhin um Hinweise aus der Bevölkerung. Insbesondere Beobachtungen zu verdächtigen Personen, Fahrzeugen sowie Foto- und Videoaufnahmen können für die Ermittlungen wichtig sein.

Wichtig: Es gibt derzeit keine bestätigte Information, dass sich Daniel V. weiterhin im Hambacher Forst oder im Kreis Düren aufhält. Der Einsatz in Niederzier ist Teil der laufenden Fahndung und Spurensicherung.

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