Symbolbild Feuerwehr Gemeinde Hambühren

Langerwehe:  Wenn bei der Feuerwehr Langerwehe die Funkmeldeempfänger der Einsatzkräfte auslösen, zählt im Ernstfall jede Sekunde. Seit 1993 werden die Feuerwehrleute über digitale Funkmeldeempfänger – umgangssprachlich „Piepser“ – zu Einsätzen alarmiert. Nun wird die Technik erneut modernisiert: Die Alarmierung wird vollständig auf verschlüsselte Übertragung umgestellt.

Der Schritt ist vor allem ein Plus für die Sicherheit der Alarmierungsdaten. Denn auch wenn die digitale Alarmierung bislang zuverlässig funktionierte, war es mit entsprechendem technischem Aufwand grundsätzlich möglich, die übertragenen Informationen abzufangen und mitzulesen.

Damit soll künftig Schluss sein. Die Alarmierung wird nun verschlüsselt übertragen und damit technisch gegen ein unbefugtes Mitlesen abgesichert.

Warum wird überhaupt verschlüsselt?

Bei einer digitalen Alarmierung werden Informationen über einen Funkweg an die Funkmeldeempfänger der Einsatzkräfte übertragen. Je nach Alarmierungsart können dabei beispielsweise Informationen zum Einsatz beziehungsweise zur alarmierten Einheit übermittelt werden.

Ohne Verschlüsselung bedeutet „digital“ allerdings nicht automatisch „geheim“. Wer über die entsprechende technische Ausstattung und das notwendige Fachwissen verfügt, konnte die Übertragung unter Umständen empfangen und auswerten.

Die Verschlüsselung setzt genau an dieser Stelle an: Die übertragenen Daten werden so codiert, dass sie von Unbefugten nicht ohne Weiteres im Klartext gelesen werden können. Der Empfänger verfügt über die notwendigen Informationen, um die Nachricht wieder korrekt zu verarbeiten.

Für eine Feuerwehr ist das nicht nur eine Frage des Datenschutzes. Alarmierungsinformationen können Rückschlüsse darauf zulassen, wo und wann Einsatzkräfte alarmiert werden. Eine geschützte Übertragung reduziert damit die Möglichkeit, dass solche Informationen von außen mitgelesen werden.

Die vorhandenen „Piepser“ können größtenteils bleiben

Eine komplette Neuanschaffung aller Funkmeldeempfänger ist in Langerwehe allerdings nicht erforderlich. Viele der bereits vorhandenen Geräte unterstützen die Verschlüsselung technisch.

Statt sämtliche Geräte auszutauschen, müssen die Funkmeldeempfänger deshalb neu programmiert werden. Dabei wird die entsprechende Konfiguration für die verschlüsselte Alarmierung auf die Geräte übertragen.

Das ist allerdings kein einfacher Knopfdruck: Jeder einzelne Meldeempfänger muss entsprechend eingerichtet werden, damit die Alarmierungen auch nach der Umstellung zuverlässig bei der jeweiligen Einsatzkraft ankommen.

Löschgruppe Langerwehe macht den Anfang

Mit der Umstellung wurde jetzt begonnen. In einem ersten Schritt wurden sämtliche Funkmeldeempfänger der Löschgruppe Langerwehe neu programmiert.

Die übrigen Löschgruppen der Feuerwehr Langerwehe sollen in den kommenden Tagen und Wochen folgen. Nach Abschluss der Arbeiten soll die Alarmierung der gesamten Feuerwehr verschlüsselt erfolgen.

Smartphone-App bleibt nur Ergänzung

Parallel zur klassischen Alarmierung über die Funkmeldeempfänger erhalten die Einsatzkräfte bereits seit einigen Jahren zusätzliche Informationen über eine Alarmierungs-App auf ihren Smartphones.

Diese App ersetzt den Funkmeldeempfänger jedoch nicht. Sie dient lediglich als zusätzliche Informationsquelle. Die eigentliche und zuverlässige Alarmierung erfolgt weiterhin über die Funkmeldeempfänger.

Das hat einen wichtigen praktischen Hintergrund: Ein Smartphone ist ein vielseitiges Kommunikationsgerät, aber eben nicht ausschließlich für die Alarmierung von Einsatzkräften entwickelt worden. Der Funkmeldeempfänger bleibt deshalb das zentrale Alarmierungsmittel.

Moderne Technik für den Einsatz

Mit der Umstellung geht die Feuerwehr Langerwehe einen weiteren Schritt bei der Modernisierung ihrer Alarmierung. Aus den digitalen Funkmeldeempfängern, die seit den 1990er-Jahren eingesetzt werden, ist längst ein technisch deutlich weiterentwickeltes System geworden.

Die Alarmierung soll damit künftig nicht nur schnell und zuverlässig, sondern auch geschützt vor unbefugtem Mitlesen erfolgen. Die Umstellung erfolgt schrittweise und soll nach und nach alle Löschgruppen der Feuerwehr Langerwehe erreichen.

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