Symbolbild mit KI erstellt

NRW: Die extreme Hitze im Juni 2026 hat sich auch in den Sterbezahlen in Nordrhein-Westfalen bemerkbar gemacht. Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Landesamtes IT.NRW starben im Juni insgesamt 19.954 Menschen in NRW. Damit wurde der höchste Wert für einen Juni seit Beginn der Erhebung in ihrer heutigen Form im Jahr 1977 registriert.

Im Vergleich zum Juni des vergangenen Jahres bedeutet das einen deutlichen Anstieg: Im Juni 2025 waren in Nordrhein-Westfalen 16.396 Sterbefälle registriert worden. Die Zahl stieg damit innerhalb eines Jahres um rund 22 Prozent.

Extreme Hitze im zweiten Junihälfte

Parallel zu den erhöhten Sterbefallzahlen herrschte Ende Juni eine außergewöhnliche Hitzephase. In der zweiten Junihälfte gab es in Nordrhein-Westfalen an elf aufeinanderfolgenden Tagen Hitzewarnungen des Deutschen Wetterdienstes. An acht dieser Tage galt die höchste Warnstufe.

Nach Angaben von IT.NRW gab es damit bereits im Juni doppelt so viele Tage mit extremer Wärmebelastung wie bislang maximal in einem gesamten Kalenderjahr seit Einführung des amtlichen Hitzewarnsystems im Jahr 2005.

Hitze kann insbesondere für ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen gefährlich werden. Hohe Temperaturen können bestehende gesundheitliche Belastungen verstärken und damit das Sterberisiko erhöhen. IT.NRW weist allerdings darauf hin, dass die allgemeine Sterbefallzahl nicht automatisch mit der Zahl der Hitzetoten gleichgesetzt werden kann.

Rund 3.040 hitzebedingte Sterbefälle geschätzt

Deutlich wird der mögliche Einfluss der Hitze durch eine separate Schätzung des Robert Koch-Instituts. Danach wurden in Nordrhein-Westfalen bis einschließlich der 36. Kalenderwoche 2026 rund 3.040 hitzebedingte Sterbefälle geschätzt.

Damit liegt NRW bereits über dem bisherigen Höchstwert seit 2016. Die zweithöchste Zahl wurde für das Hitzejahr 2018 mit geschätzten 2.320 hitzebedingten Sterbefällen ermittelt.

Unterschiede zwischen den Regionen

Die Entwicklung war innerhalb Nordrhein-Westfalens unterschiedlich ausgeprägt. In der Mehrzahl der Kreise und kreisfreien Städte wurden im Juni 2026 mehr Sterbefälle registriert als im Vorjahresmonat.

Den höchsten Anstieg verzeichnete IT.NRW in Leverkusen mit 63 Prozent, gefolgt von Köln mit 47 Prozent. In lediglich vier Kreisen lag die Zahl der Sterbefälle unter dem Wert des Juni 2025.

Betrachtet man die Sterbefälle im Verhältnis zur Einwohnerzahl, wurden im Juni in Bottrop 140 Sterbefälle je 100.000 Einwohner, in Herne 139 und in Solingen 133 registriert. Die niedrigsten Werte verzeichneten Münster mit 80, der Kreis Steinfurt mit 82 und der Kreis Borken mit 85 Sterbefällen je 100.000 Einwohner.

Gesamtzahl im ersten Halbjahr niedriger als 2025

Trotz des außergewöhnlich hohen Wertes im Juni lag die Zahl der Sterbefälle im gesamten ersten Halbjahr 2026 nicht über dem Vorjahreswert. Von Januar bis einschließlich Juni starben in NRW insgesamt 113.250 Menschen. Das waren 0,6 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2025 mit 113.892 Sterbefällen.

Die Zahlen für 2026 sind allerdings noch vorläufig. Änderungen sind im Zuge der weiteren statistischen Aufbereitung möglich. Die endgültigen Ergebnisse für das gesamte Jahr 2026 sollen laut IT.NRW im Juni 2027 vorliegen.

Quelle: IT.NRW / Statistisches Landesamt Nordrhein-Westfalen, 29. September 2026

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