„Wir für Düren – Ehrenamt ist Ehrensache“ – Gemeinsame Kampagne wirbt um Nachwuchs für Dürener Hilfsorganisationen. Schirmherr der Aktion ist Bürgermeister Frank Peter Ullrich (4.v.l.).

Düren: Nur noch wenige tausend Einwohnerinnen und Einwohner fehlen Düren zur Einordnung als Großstadt, aber nur rund 900 Dürenerinnen und Dürener sind als aktive Einsatzkräfte bei den örtlichen Hilfsorganisationen engagiert. Das entspricht gerade einmal ungefähr 0,9 Prozent der Bevölkerung – oder einer Einsatzkraft für rund 110 Einwohnerinnen und Einwohner.

Auf diese Zahlen macht die neue Kampagne „Wir für Düren – Ehrenamt ist Ehrensache“ aufmerksam. Gemeinsam mit der Interessengemeinschaft Düren-City e. V. (IG City) und dem City-Marketing e. V. (CityMa) wollen die Dürener Hilfsorganisationen für das Ehrenamt werben und insbesondere neue Mitglieder gewinnen. Die Schirmherrschaft hat Bürgermeister Frank Peter Ullrich übernommen. „Ehrenamtliche bei den Hilfsorganisationen sind da, wenn andere Menschen Hilfe brauchen. Sie leisten einen unverzichtbaren Beitrag für die Sicherheit und das Zusammenleben unserer Stadt. Deshalb verdienen sie nicht nur unseren Dank und unsere Anerkennung, sondern auch unsere tatkräftige Unterstützung“, betont Bürgermeister Frank Peter Ullrich. „Mit dieser Kampagne wollen wir zeigen, wie wichtig ihr Engagement ist, und gleichzeitig möglichst viele Menschen dafür zu begeistern, selbst aktiv zu werden.“

An der gemeinsamen Aktion beteiligen sich die Feuerwehr Düren, das Deutsche Rote Kreuz, die Malteser, die Johanniter, die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) und das Technische Hilfswerk (THW). Erstmals werben die sechs Organisationen gemeinsam und organisationsübergreifend um Nachwuchs. Unterstützt werden sie dabei vom Dürener Einzelhandel und dem Citymanagement.

Ab Anfang November sollen Plakate in den Schaufenstern der Innenstadtgeschäfte auf die Kampagne aufmerksam machen. Hinzu kommen Aufkleber, Bierdeckel und weitere Werbemittel. Auch bei „Düren leuchtet“ am 7. November soll die Aktion in der gesamten Innenstadt sichtbar sein. Auf den Werbemitteln führt ein QR-Code direkt zu einer gemeinsamen Internetseite mit Informationen und Kontaktmöglichkeiten zu den beteiligten Organisationen.

Wie wichtig eine funktionierende Zusammenarbeit der Hilfsorganisationen ist, hat sich zuletzt beim Waldbrand im Hürtgenwald im August dieses Jahres gezeigt. Über mehrere Tage waren zahlreiche Einsatzkräfte aus der Region im Einsatz – viele von ihnen ehrenamtlich und neben ihren beruflichen und familiären Verpflichtungen.

„Im Ernstfall fragt niemand, welches Logo auf der Jacke steht. Wir arbeiten Hand in Hand – und genau so treten wir jetzt auch auf“, erklärt Guido Heinen, Ortsbeauftragter des THW Düren. Die gemeinsame Kampagne sei auch ein sichtbares Zeichen für den Zusammenhalt der Organisationen.

Für Bürgermeister Frank Peter Ullrich ist die Aktion deshalb mehr als eine reine Mitgliederwerbung: „Ehrenamt bedeutet gelebten Zusammenhalt und Solidarität. Wir wollen, dass Düren eine Stadt ist, in der sich die Menschen aufeinander verlassen können“, sagt Ullrich. „Dafür brauchen unsere Hilfsorganisationen Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Jede und jeder kann mit den eigenen Fähigkeiten einen wertvollen Beitrag leisten.“

Dass die Hilfsorganisationen bei der Nachwuchsgewinnung neue Wege gehen müssen, steht für die Beteiligten außer Frage. Viele Menschen seien grundsätzlich bereit, sich ehrenamtlich zu engagieren, wüssten aber häufig nicht, welche Möglichkeiten es vor Ort gebe. Gleichzeitig werde es zunehmend schwieriger, Menschen für ein langfristiges Engagement zu gewinnen. Die gemeinsame Kampagne soll deshalb Hemmschwellen abbauen und den Einstieg möglichst einfach machen. „Unsere Mitglieder sind Teil dieser Stadt. Wenn die Menschen, die im Notfall ausrücken, Unterstützung brauchen, ist das für den Innenstadthandel eine Selbstverständlichkeit“, erklärt Ulf Minartz, Vorsitzender der IG City Düren.

Auch das Citymanagement unterstützt die Aktion. „Eine lebendige Innenstadt lebt von den Menschen, die sich einbringen. Diese Kampagne bringt Handel und Stadtgesellschaft zusammen“, sagt Citymanager Manuel Keischgens. Die Schaufenster der Geschäfte böten eine gute Möglichkeit, viele Menschen auf die Bedeutung des Ehrenamtes und die vielfältigen Möglichkeiten zum Mitmachen aufmerksam zu machen.

Mitmachen kann dabei grundsätzlich jede und jeder. Besondere Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Die notwendige Ausbildung übernehmen die jeweiligen Organisationen, auch die Ausrüstung wird gestellt. Für Kinder und Jugendliche gibt es je nach Hilfsorganisation schon ab sechs, zehn oder zwölf Jahren eigene Gruppen. Der aktive Einsatzdienst beginnt in der Regel mit 17 oder 18 Jahren. Gesucht werden dabei Menschen mit ganz unterschiedlichen Interessen und Fähigkeiten – nicht nur für den unmittelbaren Einsatz, sondern auch für vielfältige Aufgaben im Hintergrund.

Einen zentralen Informationsabend wird es bewusst nicht geben. Stattdessen können Interessierte über die gemeinsame Internetseite direkt Kontakt zu der Organisation aufnehmen, die am besten zu ihnen passt. Dort sind die jeweiligen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner, Dienstabende und Anschriften zusammengestellt. Weitere Informationen gibt es unter www.wirfuerdueren.de und www.wirfürdüren.de.

„Die Ehrenamtlichen sind immer dann zur Stelle, wenn andere Hilfe brauchen. Das gilt für die vielen Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler etwa in den Vereinen und Organisationen in unserer Stadt genauso wie in den Hilfsorganisationen. Jetzt sind wir als Stadtgesellschaft gefragt, ihnen den Rücken zu stärken“, appelliert Bürgermeister Frank Peter Ullrich. „Ich hoffe, dass sich durch die Kampagne viele Menschen angesprochen fühlen und entdecken, wie bereichernd es sein kann, sich für andere einzusetzen.“

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