Roetgen: Mit dem Projekt „Weheüberleitungsstollen“ gehen die WAG Wassergewinnungs- und -aufbereitungsgesellschaft Nordeifel mbH (WAG) und der Wasserverband Eifel-Rur (WVER) einen entscheidenden Schritt zur Sicherung der Trinkwasserversorgung und des Hochwasserschutzes in der Region Aachen/Düren. In den kommenden Jahren soll ein rund fünf Kilometer langer Stollen vom Hasselbach zur Wehebachtalsperre gebaut werden. Geplant ist der Bau eines etwa fünf Kilometer langen Stollens, der Wasser aus dem Hasselbach zur Wehebachtalsperre führt. Der Tunnel verläuft mit einem Gefälle von rund 0,25 %, besitzt einen Innendurchmesser von circa 3,5 m und kann etwa 12 m³/s Rohwasser transportieren. Beginnend an der Jägerhausstraße oberhalb von Zweifall wird der Stollen mit einer Tunnelvortriebsmaschine hergestellt; am Hasselbach entsteht ein Entnahmebauwerk und an der Stauwurzel der Wehebachtalsperre ein Einleitbauwerk.

Trinkwasserversorgung sichern

Die Region spürt die Folgen des Klimawandels: In Trockenjahren sank der Anteil der TWA Wehebachtalsperre an der Gesamtwasserabgabe von 25 % auf 15 %. Der neue Stollen erhöht die Resilienz und Redundanz des Versorgungssystems: Er liefert zusätzliche Rohwassermengen für die TWA Wehebachtalsperre und entlastet damit die TWA Roetgen und die vorgelagerten Talsperren, die bislang bis zu 70 % der Trinkwassermenge bereitstellt. So wird das Trinkwasserdargebot auch in Trockenzeiten stabil gehalten und die Versorgung des Großraums Aachen/Düren langfristig gesichert. WAGGeschäftsführer Walter Dautzenberg erklärt: „Mit der Weheüberleitung schaffen wir einen nachhaltigen Ausgleich zwischen unseren Wasserressourcen und dem wachsenden Bedarf. Der Stollen wird uns dabei helfen, die Trinkwasserversorgung auch bei den prognostizierten häufigen und längeren Trockenperioden zuverlässig aufrechtzuerhalten.“

Vor Hochwasser schützen

Gleichzeitig leistet der Stollen einen wichtigen Beitrag zum Hochwasserschutz. Bei Starkregenereignissen können über ihn bis zu 12 m³/s Wasser aus dem Hasselbach in die Wehebachtalsperre abgeleitet werden. Dadurch werden die Hochwasserscheitel eines HQ100 (Jahrhunderthochwasser) in Zweifall um 74 % und in den Städten Stolberg und Eschweiler um 15 % reduziert. Dr.-Ing Gerd Demny vom WVER betont: „Der Überleitungsstollen reduziert die Abflussspitzen deutlich und schützt Anwohner sowie Industrie in Stolberg und Eschweiler. Er ist ein zentraler Baustein unseres Hochwasserschutzkonzepts.“

Zeitplan und Finanzierung

Das Planfeststellungsverfahren startet im März 2026 mit der Einreichung der Unterlagen. Im Anschluss finden Offenlage und Erörterung statt, der Planfeststellungsbeschluss wird für Sommer 2026 erwartet. Baubeginn ist nach Abschluss des Genehmigungsverfahrens vorgesehen, die Fertigstellung ist für Ende 2029 geplant. Die Gesamtkosten des Projekts betragen rund 64 Mio. Euro; Eine Bezuschussung des Projektes im Förderprogramm „Strukturwandel Rheinisches Revier“ ist beantragt.

Aktuelle Informationen finden Sie unter: www.wag-nordeifel.de/weheueberleitung

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