Städteregion Aachen: Die Krankenhäuser in Aachen und in der gesamten StädteRegion stehen angesichts der steigenden Corona-Virus-Infektionen vor einem gravierenden Problem. Im Falle einer Infektion in der Belegschaft einer Station sind nach den derzeit geltenden Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) alle Mitarbeitenden in Quarantäne zu schicken, die mit dem Infizierten in Kontakt waren.

 Die gemeinsam tagenden Krisenstäbe der Stadt Aachen und der StädteRegion Aachen haben am Montagabend die Lage beraten und die folgende Entscheidung getroffen: Für alle Krankenhäuser in Aachen und in der gesamten StädteRegion gilt ab sofort, dass die Krankenhaus-Mitarbeitenden ohne Symptomatik nicht mehr unter Quarantäne gestellt werden.

Stattdessen werden in den Krankenhäusern besonders gefährdete Patientengruppen durch spezifische Maßnahmen geschützt. Dazu können zum Beispiel partielle Besuchsverbote gehören. Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW wurde von den Krisenstäben entsprechend informiert.  

Zum Hintergrund der Entscheidung: Die bisherige Regelung kann Stationen lahmlegen, gefährdet im Blick nach vorne sogar den Betrieb ganzer Krankenhäuser und hochspezieller Versorgungsangebote als kritische Strukturen der Gesundheitsversorgung.  

Die Uniklinik RWTH Aachen hat am Montagnachmittag an dem konkreten Fall einer an Corona erkrankten Pflegekraft der Neonatologie (Frühgeborenen-Intensivstation) dieses Szenario den Krisenstäben vorgestellt. Anlass für diese Entscheidung war der Umstand, dass am Montagnachmittag eine Pflegekraft dort positiv auf das Corona-Virus getestet worden ist.   Die infizierte Pflegekraft hat in den letzten Tagen im Krankenhaus gearbeitet und hatte auf der Intensivstation mit etwa 45 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Kontakt. Nach den derzeit angewendeten Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) würde dies bedeuten, dass diese 45 Mitarbeitenden in den kommenden 14 Tagen unter Quarantäne gestellt würden und damit die Arbeit auf der Intensivstation zum Erliegen käme.   Von ärztlicher Seite  wurde erläutert, dass ein Transport der Kinder aus der dann stillgelegten Station gefährlicher sei als der Verbleib im UKA.  

Zur Sicherung der akuten Handlungsfähigkeit des eigenen Hauses und der kritischen Infrastruktur aller Krankenhäuser in der gesamten StädteRegion hat die Leitung der Uniklinik aus ärztlichen Erwägungen die Krisenstäbe der Stadt Aachen und der StädteRegion Aachen gebeten, von der aktuellen Regelung der Quarantäne abzuweichen und Mitarbeitende ohne die entsprechende Symptomatik die Fortsetzung der Arbeit zu ermöglichen.   Gemäß der Empfehlungen für die nun für die Krankenhäuser beschlossenen Regelung, die den Schutz besonders gefährdeter Zielgruppen vorsieht, haben die Krisenstäbe beschlossen, dass für entsprechend gefährdete Patientengruppen der Krankenhäuser zum Schutz der Patientinnen und Patienten ein Besucherstopp angeordnet wird. Für die Alten-, Wohn- und Pflegeeinrichtungen wird dringend empfohlen, von Besuchen abzusehen.

+++ Aktuelle Lage Stadt und StädteRegion Aachen zum Corona-Virus; Dienstag, 03. März, 12:15 Uhr +++

ℹ️Aktuell 13 bestätigte Corona-Fälle in der StädteRegion Aachen (davon fünf in der Stadt Aachen).

ℹ️ Diese Schulen sind bis mindestens zum 8. März geschlossen: Paul-Julius-Reuter-Berufskolleg in Aachen, Regenbogenschule in Stolberg, Maria-Sybilla-Merian-Gesamtschule in Herzogenrath, Grundschule Grengracht in Baesweiler. Der Standort Beggendorf ist nicht betroffen.

ℹ️Viele Anfragen erreichen die Corona-Info-Hotline 0241/510051, die täglich von 7 bis 21 Uhr geschaltet ist. Die gemeinsam tagenden Krisenstäbe der Stadt Aachen und der StädteRegion Aachen haben sich am Dienstagmorgen getroffen, um die aktuelle Lage in Sachen Corona-Virus zu besprechen. Dabei wurde festgehalten, dass es in der Stadt Aachen nunmehr in Summe fünf Fälle und in der StädteRegion acht Fälle gibt. Es wird vor allem mit Blick auf viele Gerüchte in den Sozialen Medien geraten, diesen offiziellen Informationen zu vertrauen. Die Krisenstäbe handeln nach den vorliegenden Erkenntnissen und der Faktenlage. Vor diesem Hintergrund sind aus Sicht der Krisenstäbe derzeit keine weiteren Schulschließungen – bis auf die Schulen, in denen positive Fälle nachgewiesen sind, derzeit vier in der StädteRegion – erforderlich. Auch gibt es für die Krisenstäbe derzeit keine Veranlassung, Veranstaltungen abzusagen. Hierzu gehört auch der Hinweis der Krisenstäbe, dass es keine Veranlassung zu Panikeinkäufen von Lebensmitteln gibt.

❗️Empfehlung: Gemäß der aktuellen Empfehlungen für die nun für die Krankenhäuser beschlossenen Regelung (siehe Pressemitteilung von 12 Uhr), die den Schutz besonders gefährdeter Zielgruppen vorsieht, haben die Krisenstäbe beschlossen, dass für entsprechend gefährdete Patientengruppen der Krankenhäuser zum Schutz der Patientinnen und Patienten ein Besucherstopp angeordnet wird. Für die Alten-, Wohn- und Pflegeeinrichtungen wird dringend empfohlen, von Besuchen abzusehen. Nach wie vor gilt die Aufforderung, die Hygieneregeln zu befolgen.

✅ Bürgertelefon: Für Bürgerinnen und Bürger der Stadt Aachen und der StädteRegion Aachen wurde für allgemeine Informationen (nicht für die persönliche medizinische Beratung!) rund um das Thema eine Corona-Info-Hotline über 0241/510051 (täglich von 7 bis 21 Uhr) eingerichtet. Aktiviert ist an Werktagen auch die Behördenrufnummer 115.

✅ Das NRW-Gesundheitsministerium hat darüber hinaus eine Hotline zum Corona-Virus unter der Nummer (0211) 9119 1001 (Neue Nummer seit 02.03.!) geschaltet.

✅ Medizinischer Bereitschaftsdienst: Die hausärztlichen Bereitschaftsdienste sind über die Hotline 116117 zu erreichen. Aktuelle Infos unter www.staedteregion-aachen.de/coronavirus

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