Düren: Alexandra Oidtmann, Leiterin der Stadtbücherei, freut sich, in den Räumen der Dürener Stadtbücherei eine Auswahl beeindruckender Fotografien zu zeigen, die von der Fotogruppe der Tagesstätte Düren des Vereins „Die Kette e.V.“ für Menschen mit seelischer Behinderung zu dem Thema „Bilder im Kopf“ gemacht wurden: „Die Arbeitsgemeinschaft hat mit den Fotos eine neue Möglichkeit gefunden, ihre Eindrücke und ihre Sicht der Alltagswelt wiederzugeben.“, meinte die Bibliothekarin am Starttermin.
Bürgermeister Paul Larue war bei der Ausstellungseröffnung von der emotionalen Aussagekraft der Bilder fasziniert: „Mein Kompliment an die Fotografinnen und Fotografen, die ihre Gefühle im Bild ausgedrückt haben! Man wird durch die Motive unmittelbar angesprochen. Die Ausstellung ist im wahrsten Sinne des Wortes vorzeigbar.“
Ingeborg Nepomuk, Mitglied der Fotogruppe, erläuterte bei der Ausstellungseröffnung Ziele und Beweggründe der Fotografinnen und Fotografen. „Nur durch Offenheit kann sich etwas verändern“, sagte sie und dass sich die Arbeitsgruppenmitglieder sehr über die Möglichkeit freuen, ihre ganz persönlichen Bilder mit anderen zu teilen, damit so vielleicht auch der ein oder andere Betrachter eine bessere Vorstellung erhält, was in psychisch kranken und behinderten Menschen vorgeht, die häufig großen Vorurteilen begegnen. Davon erzählt eine der Fotografien in der Stadtbücherei, welche eine Gruppe Menschen mit leeren Augenhöhlen darstellt, die mit dem Finger auf eine am Boden kauernde Gestalt zeigen. „So ausgegrenzt habe ich mich gefühlt, als ich noch nicht in der Tagesstätte war“, erklärt der Fotograf des Bildes.
Ein Foto zeigt eine Person zusammengesunken vor einem riesigen Berg von Medikamentenschachteln. „Verzweiflung“ heißt eine Fotografie, auf der ein schreiender Mensch hinter der Milchglasscheibe einer abgeschlossenen Tür nur noch verschwommen wahrgenommen wird. Die Ideen der Arbeitsgruppenmitglieder wurden regelrecht in Szene gesetzt und unter sachkundiger Anleitung von Christiane Marquis vom Team der Tagesstätte Düren in beeindruckenden Fotografien festgehalten. „Die Fotografie ist für die Besucher der Tagesstätte ein schönes Medium“, meint Christiane Marquis. Der Blick durch die Kamera ermöglicht es, aus der Distanz Gefühle auszudrücken. Die so entstandenen Fotografien sind sehr emotional, drücken Not und Pein und Ängste aus, aber auch schöne Empfindungen wie die von Freiheit, Freude am Augenblick, Hoffnung und Geborgenheit.
Die Fotogruppe der Tagesstätte wurde vor zwei Jahren im Rahmen einer Ergotherapie gegründet, die Idee hatte Iris Juhle vom Tagesstätten-Team. Die Tagesstätte ist eine Einrichtung des Vereins „Die Kette e.V“ zur Förderung psychisch kranker und behinderter Menschen. „Wenn man die Glieder einer Kette zusammenfügt, gibt das den einzelnen Gliedern Zusammenhalt auch in schwieriger Lebenslage“, lobte Bürgermeister Paul Larue die Arbeit des Vereins, der die zahlreichen sozialen Einrichtungen in Düren um einen wichtigen Aspekt erweitert.
Die Ausstellung in der Stadtbücherei, die nur einen Teil der während des Projektes gemachten Fotografien zeigen kann, ist noch bis zum 7. März in der Stadtbücherei Düren zu sehen.