Bergisch Gladbach: Am Abend des 09. Januar 2014 kam es im Rahmen eines Rettungsdiensteinsatzes auf der Fahrt in ein Krankenhaus in Köln zu einem Schaden an einem Rettungswagen (RTW) der Feuer- und Rettungswache Nord.
Kurz vor Erreichen des Krankenhauses stellte die Besatzung Unregelmässigkeiten an der hinteren Spur des Fahrzeuges fest. Kurz darauf blockierte das betreffende Hinterrad am Rettungswagen. Die Fahrt konnte aufgrund eines abgeknickten Hinterrades nicht mehr fortgesetzt werden. Ein weiterer Rettungswagen wurde über die Leitstelle zur Übernahme des Patienten angefordert. Dieser verbrachte den Patienten ins Krankenhaus. Der Gesundheitszustand des Patienten wurde durch diese Maßnahme nicht tangiert.
Der Rettungswagen war nicht mehr fahr- und einsatzbereit. B- und A-Dienst wurden verständigt und prophylaktisch die zuständige Polizeidienststelle über den Vorfall informiert.
Die Polizei hat seinerzeit die Ermittlungen wegen eventuellen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr aufgenommen. Ob eine bewusste Manipulation, ein technischer Defekt oder ein organisatorisches Defizit vorliegen, war Gegenstand der Ermittlungen der Polizei sowie der Überlegungen von Wehrleitung und Sachgebiet Technik.
Zwischenzeitlich erhielten die Feuerwehr Bergisch Gladbach Kenntnis über gleichartige Vorfälle im gesamten Bundesgebiet bei vergleichbaren Fahrzeugen. Das Amt für Feuerschutz und Rettungswesen des Rheinisch-Bergischen Kreises erhielt ebenfalls Kenntnis von unserem Vorfall.
Mit der Medienberichterstattung vom vergangenen Samstag wurde die Feuerwehr Bergisch Gladbach mit der Aussage konfrontiert, dass der Fahrzeughersteller gemeinsam mit dem Kunden, also der Feuerwehr, und Vertretern des Kreises den "Sprinter" untersucht habe. Dies ist so nicht zutreffend. Ein Fahrzeug der Feuerwehr Bergisch Gladbach wurde bislang noch nicht durch den Fahrzeughersteller untersucht. Eine solche Untersuchung ist erst für Dienstag, 04.02.2014 geplant. In dem Zusammenhang bleibt unverständlich, wie man zu der Erkenntnis kommt, dass die Ursache für den Defekt gefunden sei, und dies auf korrodierte Felgen und somit auf Fehler der Wartung und Pflege der Feuerwehr zurückzuführen sein soll, wo bislang weder das betroffene Fahrzeug noch die relevante Felge in Augenschein genommen wurden. Insofern ist für die Feuerwehr Bergisch Gladbach - auch aufgrund der Häufung der Fälle bei vergleichbaren Fahrzeugen im Bundesgebiet – die Ursachenfindung noch nicht abgeschlossen.
Unabhängig von der Schadensursache hat die Feuerwehr Bergisch Gladbach unverzüglich folgende baulichen und organisatorischen Maßnahmen eingeleitet:
• An allen Fahrzeugen werden sogenannte Radmutterindikatoren angebracht. Durch die Radmutterindikatoren ist auf einen Blick zu sehen, ob sich eine Radmutter gelockert hat.
• Bei der täglichen Überprüfung der Fahrzeuge wird eine Sichtprüfung der korrekten Stellung der Radmutterindikatoren durchgeführt.
• Alle Fahrzeuge werden mit den fahrzeugspezifischen Drehmomenten beschriftet.
• Für alle Standorte wurden entsprechende Drehmomentschlüssel angeschafft.
• Das Nachziehen von Radmuttern wird schriftlich dokumentiert.
Bergisch Gladbach: Lösen unbekannte Radmuttern an Rettungswagen? - Bundesweit ein Thema - hier die Stellungsnahme der Feuerwehr Bergisch Gladbach
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- Geschrieben von PM-EXT/FWGL
- Kategorie: News Nachbarkreise