Gemeinsam organisierten die Frühen Hilfen von Stadt und Kreis Düren eine Fachtagung auf Schloss Burgau.

Düren: Das Interesse am Thema „Andere Länder – andere Sitten. Kultursensibler Umgang mit Flüchtlingseltern und deren Kleinkindern“ der gemeinsamen Fachtagung der Abteilungen Frühe Hilfen von Stadt und Kreis Düren war groß. Rund 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer fanden sich im Winkelsaal auf Schloss Burgau zusammen, um von den beiden renommierten Referentinnen aus Köln Anregungen und fachliche Impulse zu erhalten und sich untereinander auszutauschen.

Ansgar Kieven, Leiter des Amtes für Kinder, Jugendliche und Familien Stadt Düren, zog in seiner Eröffnungsrede zum Fachtag kurz Bilanz von über einem Jahr intensiver Flüchtlingsbetreuung.
 
183 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge haben sich seit November 2015 im Zuständigkeitsbereich der Stadt Düren befunden, derzeit sind es 47. „Wir sind Lebenslotsen für diese Menschen, in enger Zusammenarbeit mit vielen Institutionen“, betonte Ansgar Kieven und wies darauf hin, dass diese Kinder und Jugendlichen „ein großes Potential mitbringen, das eine Bereicherung für uns alle darstellt.“ Viele von ihnen würden aber auch „eine zermürbende und enorm belastende Unsicherheit mit sich herumtragen“, da sie nicht wüssten, ob und wie lange sie bleiben können. Der städtische Jugendamtsleiter verband deshalb mit der Fachtagung auch den Appell, jungen geflüchteten Menschen eine Bleibeperspektive zu geben. „Zuwanderung fordert uns“, sagte Ansgar Kieven. Eine der Forderungen sieht er in der Auseinandersetzung mit Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. „Wir müssen diesen Tendenzen geschlossen und unisono entgegentreten!“

„Die große Anzahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Fachtagung beweist die Wichtigkeit und Bedeutung des Themas“, unterstrich Elke Ricken-Melchert, Leiterin des Amtes für Demografie, Kinder, Jugend, Familie und Senioren Kreis Düren. „Wir alle arbeiten mit Familien zusammen, die aus ganz verschiedenen Kulturen kommen, oft traumatisiert sind. Umso wichtiger ist es, einen kultursensiblen Umgang zu entwickeln.“

Der Wunsch zu einer Fachtagung zu dem Thema sei beim Netzwerktreffen der Frühen Hilfen vor einem Jahr laut geworden, erläuterte Carina Salentin, Koordinatorin der Frühen Hilfen der Stadt Düren. „Wir haben täglich konkret mit Familien zu tun. Es ist eine Herausforderung, mit so viel unterschiedlichen Kulturen so umzugehen, dass man zueinander findet.“

Impulse und neue Strategien gaben die beiden Referentinnen. Ursula Stenger ist Professorin für Erziehungswissenschaft mit Schwerpunkt Frühe Kindheit und Familie an der Universität zu Köln sowie Sprecherin der Kommission „Pädagogik der frühen Kindheit“  der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaften und referierte über die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Thema.
Helene Batemona-Abeke, Sozialarbeiterin, Diversity-Trainerin und systemische Familienhelferin, ging an konkreten Praxisbeispielen auf die Unterschiede zwischen einer „kollektiven“ und einer „individuellen Gesellschaft“ ein und entwickelte daraus praktische Hinweise für einen kultursensiblen Umgang.

Die beiden Netzwerkkoordinatorinnen Carina Salentin von der Stadt Düren und Nicole Bielemeier vom Kreis Düren freuten sich über eine gelungene Veranstaltung.

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