Düren: Die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung findet nicht nur im Klassenzimmer, sondern auch unter der Hebebühne statt, mit Schraubendreher und Ringschlüssel. Die gemeinnützige Dürener Gesellschaft für Arbeitsförderung (DGA) jedenfalls hat auf dem Gelände der ehemaligen Dürener Glashütte in einer Werkstatt drei Stellen für Menschen mit Behinderung geschaffen.

Mit Unterstützung des Landschaftsverbandes Rheinland haben sie hier die Möglichkeit, Erwerbsarbeit in ihrem erlernten Beruf wieder zu ihrem Alltag zu machen. Angeboten werden Stellen als Kfz-Mechaniker oder Elektrotechniker, halbtags oder in Vollzeit.

Im Team mit den erfahrenen Meistern Jürgen Courte (Kfz) und Elmar Christine (Elektro) werden die Schwerbehinderten für jedweden Auftraggeber aktiv. In der Kfz-Werkstatt werden Autos gepflegt, gewartet und repariert. Auch die Fuhrparks von Unternehmen können betreut werden. Die Elektroabteilung installiert und wartet elektrotechnische Einrichtungen. Außerdem bietet sie die Prüfung von elektrischen Anlagen gemäß den Sicherheitsvorschriften der Berufsgenossenschaften an.

Seit einigen Jahren gibt es in Deutschland derartige Integrationsprojekte, um Menschen mit Schwerbehinderung den Zugang zur Arbeitswelt zu ermöglichen. "Die Integrationsabteilungen sind als reguläre Wirtschaftsbetriebe am Markt tätig, wobei mindestens ein Viertel der Beschäftigen schwerbehindert sein müssen", erläutert DGA-Geschäftsführerin Astrid Küpper. Die DGA, die seit 20 Jahren vielen Menschen im Kreis Düren durch Beratung, Qualifikation oder Ausbildung den Weg in den Arbeitsmarkt geebnet hat, hat ihre neue Integrationsabteilung "Vielwerker" genannt. Der Name steht zum einen für die handwerkliche Ausrichtung des Projekts. "Außerdem wollen wir die Vielfalt der Menschen betonen. Es soll ein Arbeitsumfeld geschaffen werden, das frei von Vorurteilen ist und in dem alle Mitarbeiter Wertschätzung erfahren", so Astrid Küpper. Wer sich über die "Vielwerker" informieren und sie testen möchte, kann sich an Dominik Siebertz, den Koordinator der Integrationsabteilung, wenden (Telefon 02421/ 990 99 17).

"Menschen mit Behinderung haben einen Anspruch darauf, gleichberechtigt am Leben teilhaben zu können. Insofern ist dies die konsequente Fortsetzung der Inklusion, die jetzt auch an den Schulen Einzug hält", unterstrich Landrat Wolfgang Spelthahn, Aufsichtsratsvorsitzender der DGA, beim Betriebsrundgang. Das Integrationsprojekt startet mit drei Stellen für Schwerbehinderte, weitere Arbeitsplätze sollen folgen, Bewerbungen sind willkommen.

Am Samstag, 28. Juni, feiert die DGA ihr 20-jähriges Bestehen von 11 bis 17 Uhr mit einem Familientag auf dem Gelände der ehemaligen Dürener Glashütte Peill & Putzler. Dabei präsentiert das Unternehmen seine verschiedenen Tätigkeitsfelder. Auch die "Vielwerker" sind dabei. Tombola, Flohmarkt, Musik und Unterhaltung versprechen einen kurzweiligen Tag.

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