Düren: Die Notfallmedizin verzahnt sich immer mehr mit der Weiterbehandlung im Krankenhaus. Aus gutem Grund, denn zum Wohl des Patienten ist schnelles, zielgerichtetes Handeln ohne Reibungsverluste dringend erforderlich.
Eine klassische Therapie, bei der es auf jede Minute ankommt, ist die der Sepsis, in der Umgangssprache auch Blutvergiftung genannt. Aber auch schwierig zu erkennende Probleme wie eine Kohlenmonoxid-Vergiftung können bei einer falschen Ersttherapie weitreichende Folgen haben. Um sich auf diese und andere medizinischen Notfälle vorzubereiten, müssen Notfallmediziner und Rettungskräfte sich stetig fortbilden. Nur wer lebensrettende Maßnahmen und Techniken immer wieder trainiert, wird sie im Notfall richtig anwenden können. Das Krankenhaus Düren bot dazu jetzt wieder die Gelegenheit. Beim 6. Dürener Anästhesie Symposium, das über 100 Teilnehmer aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland anlockte, ging es um „Innovationen in der präklinischen Notfallmedizin“.
Die Verantwortlichen der Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie unter Leitung von Prof. Stefan Schröder hatten wieder ein Seminarprogramm mit hochkarätigen Referenten und sehr praxisnahen Workshops vorbereitet. „Die Mischung aus Vorträgen über die neuesten medizinischen Erkenntnisse und praktischer Übung kommt seit Jahren bei den Teilnehmern sehr gut an“, sagt Oberarzt Dr. Sigurd Kohlen, der das Symposium mit Dr. Detlef Struck, Oberarzt im Krankenhaus und Ärztlicher Leiter Rettungsdienst des Kreises Düren, federführend organisiert. Neue Medikamente im Notfalldienst, die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt für die erste Antibiotikagabe und die Therapie bei Rauchgasvergiftungen standen unter anderem im Mittelpunkt des theoretischen Parts. Danach hatte die Teilnehmer ausreichend Gelegenheit, aktuelle Techniken zu sehen und sie selbst an anatomischen Präparaten und Phantomen zu üben.
Zum ersten Mal gab es beim DAS die Möglichkeit, eine Druckkammer und die mit ihr verbunden therapeutischen Optionen kennenzulernen. Das HBO-Zentrum Aachen hatte den Organisatoren eine Kammer zur Verfügung gestellt. Ursprünglich für Tauchunfälle entwickelt, sind Druckkammern auch bei schweren Rauchgasvergiftungen das beste Mittel, um die Lebensfunktionen eines Patienten wieder zu stabilisieren. „Dabei wird Sauerstoff unter Druck in das Blutserum gepumpt und so das Kohlenmonoxid von den Blutkörperchen gelöst, wodurch es wieder abgeatmet werden kann“, erklärt Dr. Struck. Der von Düren aus nächste Druckkammer-Standort ist Aachen.