Um fit zu werden, braucht es nicht viel: Laufschuhe, Stöcke und ein bisschen Disziplin. Nordic Walking wird als Sport immer beliebter, und dafür gibt es gute Gründe: Im Vergleich zum Joggen bietet der Sport die gleichen Vorteile, ist aber wesentlich gelenkschonender. In Düren und Umgebung gibt es viele Möglichkeiten, auf sportlichem Wege nicht nur etwas für die Gesundheit zu tun, sondern auch seine Gegend besser kennenzulernen.

Stöcke, Walking-Schuhe – und los!

Der Bewegungsablauf beim Nordic Walking ist vergleichbar mit dem des Walkens. Durch die Zuhilfenahme der Stöcke werden jedoch weitere Muskelgruppen des Oberkörpers beansprucht – insgesamt erhöhen sich somit sowohl die Belastung als auch der Kalorienverbrauch. Ein großer Vorteil des Sports ist, dass man nur wenig Ausrüstung braucht. Die Schuhe unterscheiden sich kaum von regulären Walking-Schuhen. Im Gegensatz zu Jogging-Schuhen zeichnen sie sich durch eine abgerundete Sohle aus. Bei der Laufbewegung brauchen die Zehen ausreichend Spielraum und sollten nicht vorne anstoßen, die Ferse sollte fest sitzen und nicht nach oben rutschen. Die Nordic-Walking-Stöcke bestehen in der Regel aus leichten Materialien wie CFK oder Aluminium. Bei der Wahl des richtigen Stockes gilt die Faustformel 0,66 x Körpergröße in Zentimeter – diese Länge sollte der Stock haben. Sofern es sich um Stöcke mit einer Teleskop-Vorrichtung handelt, lässt sich die Größe individuell anpassen. Eine Übersicht über die verschiedenen Modelle findet sich online bei Intersport.

Nordic walking

Sportlich in Düren und Umgebung

Im Kreis Düren in Schmidt gibt es eine ausgeschilderte Nordic-Walking-Strecke, die sich prima für Anfänger eignet. Auf rund einem Kilometer erwarten einen mehrere Schilder mit Übungen und Nordic-Walking-Techniken. Auf ungezwungene Art kann man sich so in Ruhe mit der Sportart vertraut machen. Für Menschen, die die Herausforderung lieben, eignet sich die folgende Strecke besonders gut. Sie geht von Düren Rölsdorf über Merode nach Schevenhütte und über die Wehebachtalsperre zurück. Während dieser Strecke sind 35,18 Kilometer zurückzulegen, der leicht hügelige Charakter macht sie für Anfänger zu einer echten Herausforderung. Während der gesamten Strecke ist eine Höhendifferenz von 211 Metern zu überwinden. Eine weitere sehr empfehlenswerte Strecke führt von Düren nach Heimbach und ist auch für Anfänger problemlos geeignet: 32,54 Kilometer und lediglich 111 Meter Höhenunterschied. Die Route startet am Hauptbahnhof und geht entlang der Gutenbergstraße nach Süden. Man folgt dem Straßenverlauf und biegt später rechts auf Gut Weyern ab bis man an die Rur gelangt, der man dann immer weiter folgt. An den drei Erken wechselt man auf die andere Flussseite und läuft stets entlang der Rur. Genaue Verläufe und weitere spannende Strecken finden sich hier. Unter dem Strich bietet Nordic Walking viele Vorteile. Wenig Ausrüstung und Bewegung an frischer Luft machen den Sport besonders gesundheitsförderlich. Eine wachsende Community kann zudem dazu beitragen, dass sich der Bekanntenkreis vergrößert. Denn zu mehreren macht Sport gleich doppelt so viel Spaß. Bildrechte: Flickr Nordic walking Lars Plougmann CC BY Bestimmte Rechte vorbehalten

Gesundheit: Dank der Erkenntnisse moderner Medizin, wie beispielsweise die Ausgestaltung ausgewogener Ernährung oder die verbesserte Behandlung von Krankheiten, ist das menschliche Durchschnittsalter kräftig gestiegen. Bestimmte Verschleißerscheinungen, wie den Knorpelverschleiß (Arthrose), kann aber selbst die moderne Medizin nicht verhindern.

Die Arthrose ist keine Krankheit im eigentlichen Sinne, sondern eine natürliche Abnutzung von Knorpelmaterial. Sie kann allerdings durch Krankheiten wie Gicht, Diabetes oder Hämophilie ebenso ausgelöst werden, wie durch degenerativen Verschleiß. Knorpel dienen als Puffer dazu, dass sich Knochen ohne Reibung aneinander bewegen können. Im Laufe der Zeit nutzt sich der Puffer ab, sodass die Knochen im schlimmsten Fall aneinander reiben und die typischen Schmerzen einer Arthrose entstehen. Da jedes Gelenk Knorpel besitzt, können alle Gelenke verschleißen. Allerdings verschleißen Gelenke, die einer erhöhten Belastung ausgesetzt sind, am ehesten. Entsprechend häufig sind die Formen:
- Kniearthrose
- Hüftarthrose
- Handarthrose
- Schulterarthrose
- Fingerarthrose

Beginnende Anzeichen einer Arthrose sind "Anlaufschmerzen" oder Steifigkeit der Gelenke. Bei Hüftarthrosen fällt es Betroffenen beispielsweise schwer aufzustehen. Auch längeres Sitzen kann wegen der Belastung auf die Hüfte unbequem sein. Ist ein erheblicher Teil des Knorpelmaterials abgerieben, entstehen tiefe Schmerzen in den Gelenken, die in die anliegenden Muskeln ausstrahlen können. Unbehandelt können aus Arthrosen
Gelenkentzündungen erwachsen, die im schlimmsten Fall chronisch werden können.

Hinsichtlich der Behandlung werden unterschieden:
- konservative und
- operative Methoden
Einen erst begonnenen Knorpelabbau können Ärzte nicht aufhalten, allerdings verlangsamen und die Schmerzen lindern, was unter konservative Therapie zusammengefasst wird. Vorderstes Ziel ist, die Schmerzen zu lindern und die Belastung des betroffenen Gelenks zu reduzieren. Dazu gehört u.a., mögliches Übergewicht zu reduzieren, aber auch stützende Muskulatur aufzubauen. Letzteres folgt dem Ansatz, dass durchtrainiertes Muskelgewebe die Last von den Gelenken nimmt. Ferner stimuliert belastungsfreier Sport das Gelenk, die Gelenkflüssigkeit neu anzureichern und so den Knorpelverschleiß zu verlangsamen.


Operativ stehen mehrere Möglichkeiten zur Wahl. Im Laufe einer Arthrose bilden die anliegenden Knochen Auswüchse und freie Gelenkkörper, die durch Reibungen stark schmerzen. Die Arthroskopie, beschränkt sich darauf, das Gelenk zu reinigen und in Verbindung mit dem „Shaving“ kranke Knorpelteile zu entfernen. Sollte weder dies noch die konservativen Methoden wirken, bleibt noch der
Ersatz durch ein künstliches Gelenk. Dank der rasanten Entwicklung der medizinischen Technologie der letzten Jahre gehört die Endoprothetik mittlerweile zum Standard einer orthopädischen Klinik.


Die Arthrose ist derzeit nicht heilbar. Die Forschung arbeitet aber bereits an Stoffen (Fibroblasten-Wachstumsfaktor-18), die den körpereigenen Knorpelanbau stimulieren sollen. Zwar muss ihre Wirksamkeit in laufenden Studien noch belegt werden, doch wäre sie ein weiterer medizinischer Schritt, den menschlichen Körper auch im hohen Alter weiterhin beweglich zu halten.

Gesundheit: Menschen, die in sozioökonomisch benachteiligten Regionen leben, sind häufiger von Typ-2-Diabetes und Adipositas betroffen. Dies zeigt eine aktuelle Analyse von Daten der telefonischen Gesundheitsbefragung GEDA durch Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums München und des Robert Koch-Instituts in Berlin. Die Ergebnisse sind im Fachjournal PLOS ONE veröffentlicht.

In einer sozioökonomisch benachteiligten Region zu leben, ist ein Risikofaktor dafür, von Diabetes mellitus und Adipositas (Fettleibigkeit) betroffen zu sein. Dies gilt auch  unabhängig vom individuellen Sozialstatus der Bewohner. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler vom Institut für Gesundheitsökonomie und Management im Gesundheitswesen (IGM) am Helmholtz Zentrum München (HMGU) und der Abteilung für Epidemiologie und Gesundheitsmonitoring am Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin. „Regionale Faktoren wie das durchschnittliche Einkommen der Bevölkerung, Arbeitslosigkeit oder die Beschaffenheit der Wohnumgebung können alle Bewohner gesundheitlich beeinflussen – unabhängig davon welchen Bildungsstatus die einzelnen Personen innehaben“, erklärt Erstautor Werner Maier.

Unter Federführung von Werner Maier im Team um Dr. Andreas Mielck und Professor Dr. Rolf Holle am HMGU wertete die Autorengruppe Daten von über 33.000 Personen im Alter ab 30 Jahren aus, die 2009 und 2010 an den telefonischen Gesundheits-befragungen "Gesundheit in Deutschland Aktuell (GEDA)" des RKI teilgenommen hatten.

In sozioökonomisch benachteiligten Regionen leiden die Bewohner überdurchschnittlich häufig an Diabetes und Übergewicht. Die geographische Benachteiligung wird als „regionale Deprivation“ bezeichnet. Ermittelt wird sie anhand des „German Index of Multiple Deprivation“ (GIMD), der aus regional verfügbaren Informationen zu Einkommen, Beschäftigung, Bildung, kommunalen Einnahmen, Sozialkapital, Umwelt und Sicherheit in einem definierten Gebiet gebildet wird. Neben dem GIMD wurden in der Datenanalyse auch individuelle Risikofaktoren wie Alter, Geschlecht, Body-Mass-Index, Rauchen, körperliche Bewegung, Bildung und Leben in einer Partnerschaft berücksichtigt.

In Regionen mit der höchsten Benachteiligung (Deprivation) lag die Häufigkeit eines Typ-2-Diabetes bei 8,6 Prozent der Befragten und für Adipositas bei 16,9 Prozent, gegenüber 5,8 bzw. 13,7 Prozent der Befragten in nur gering benachteiligten (deprivierten) Regionen. Diese Ergebnisse wurden auf relevante Unterschiede in allen individuellen Faktoren überprüft. Demnach hatten Personen in den Gebieten mit der höchsten Deprivation noch eine rund 20 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit, an Typ-2-Diabetes erkrankt zu sein, verglichen mit Männern und Frauen in den am wenigsten benachteiligten Regionen. Bei Adipositas lag sogar eine um fast 30 Prozent erhöhte Wahrscheinlichkeit in Zusammenhang mit höherer Deprivation vor. Hohe regionale Deprivation war insbesondere bei Frauen ein unabhängiger Einflussfaktor für das Auftreten von Diabetes und Adipositas. Bei Männern ließ sich ein statistisch signifikanter und unabhängiger Zusammenhang für Adipositas, nicht aber für Diabetes nachweisen.

„Unsere Ergebnisse weisen auf die Bedeutung regionaler Faktoren im Zusammenhang mit häufigen Gesundheitsproblemen wie Diabetes mellitus und Adipositas in Deutschland hin“, erklärt Dr. Andreas Mielck vom HMGU, „bisherige Untersuchungen hierzu waren häufig durch den individuellen sozioökonomischen Status verfälscht oder haben nur regional begrenzte oder nicht aus Deutschland stammende Daten verwendet.“ Werner Maier fügt hinzu: „Räumliche Risikofaktoren wie materielle und soziale Deprivation sind ein wichtiger Ansatzpunkt, um regionalspezifische, effektive Präventionsmaßnahmen zu erarbeiten.“ Dr. Christa Scheidt-Nave vom RKI ergänzt: „Nur Dank großer, bundesweit repräsentativer Befragungen wie GEDA verfügen wir über aktuelle Daten zur Epidemiologie chronischer Krankheiten wie Diabetes. Für ganzheitliche Präventionsstrategien müssen wir regionale wie auch individuelle Risikofaktoren identifizieren und auch deren Interaktion beleuchten.“

Von Diabetes mellitus sind nach Ergebnissen des bundesweiten Gesundheitsmonitorings deutschlandweit aktuell rund sechs Millionen Personen über 18 Jahre betroffen, an Adipositas leiden sogar mehr als doppelt so viele Erwachsene.

Weitere Informationen

Die epidemiologischen Analysen wurden als Teil eines Kooperationsprojektes beider Institutionen zu Diabetes mellitus und sozialer Ungleichheit im Kompetenznetz Diabetes mellitus durchgeführt. Innerhalb dieses Forschungsverbundes werden beide Institutionen durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Die Datenerhebungen zu GEDA erfolgen regelmäßig im Rahmen des bundesweiten Gesundheitsmonitorings am RKI mit Förderung des Bundesministeriums für Gesundheit.

Kreis Düren: Auch im Kreis Düren nutzen immer mehr ältere und kranke Menschen ein sogenanntes Hausnotrufgerät.

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