Wer die Nachrichten in der letzten Zeit aufmerksam verfolgt hat, wird der Kapitalanlage auf dem Aktienmarkt mit einer gewissen Skepsis gegenübertreten: Kaum erklärbare Kursstürze zeigen nur, dass viele Anleger derzeit verunsichert sind - und sich Wertpapiere allein kaum als langfristige Geldanlage eignen. Viele klassische Anlageformen wie das Festgeld bieten zwar jene Sicherheit, dafür aber auch nur eine historisch niedrige Verzinsung. Daher stellt sich die Frage: Was gibt es für Alternativen?



Autos und Kunst: Genaue Marktkenntnis ist gefragt

Fachleute raten immer häufiger dazu, zumindest einen Teil des Geldes auch in physische Werte anzulegen. Dazu gehören der
Old- und Youngtimer ebenso wie die Goldmünze oder Kunst. Die Idee, in einen restaurierten Auto- oder Motorradklassiker zu investieren, ist nicht neu; umso sorgfältiger muss die Auswahl getroffen werden: Einige Modelle sind seit Jahren beliebt und haben die größte Wertsteigerung bereits erfahren. Besonders beliebte Altfahrzeuge wie der Ford Mustang wurden in den letzten Jahren sogar in ihrem Wert gemindert. Ursächlich hierfür ist eine wahre Fahrzeugschwemme aus den USA, wo das Preisniveau für diesen Typ ohnehin geringer ist. Wertsteigerungen versprechen vor allem Youngtimer der 80er Jahre, die von Klassiker-Fans bisher noch kaum Beachtung gefunden haben. Vor allem ein Porsche jener Jahre lässt eine Steigerung seines Marktwerts in den kommen Jahren erwarten.

Schwieriger ist die Einschätzung bei der Wertentwicklung von Kunst: Vor allem bei zeitgenössischen Künstlern ist ein Urteil ohne besonderen Sachverstand schwierig, die möglichen Renditen sind aber hoch. Auch die Kunst der Nachkriegszeit verspricht prinzipiell Wertsteigerungen. Bei Klassikern wie Biedermeier wird auch künftig ein stabiles Preisniveau anzunehmen sein: Die Geschichte hat ihr Urteil über die Kunst bereits gefällt, eine Neubewertung mit entsprechenden Preisschwankungen erscheint unwahrscheinlich. Wichtig ist natürlich beim Kauf von Kunst ein seriöser Anbieter und eine realistische Ermittlung des Marktwerts.

Weit mehr als nur Sammelleidenschaft: Anlage- und Gedenkmünzen

Eine weitere besondere Anlageform sind Münzen, wobei hier eine grundsätzliche Unterscheidung zwischen Gedenk- und Anlagemünzen getroffen werden muss. Erstere werden
zu besonderen Ereignissen in limitierter Stückzahl als Sondermünze aufgelegt. Dieses Ereignis kann ein geschichtlich relevanter Jahrestag oder aber ein besonderes Sportereignis sein. Anlagemünzen wiederum verfügen über keine besondere Optik; ihr Wert richtet sich nach den jeweiligen Preisen für das Edelmetall. Letztere unterliegen folglich Wertschwanken, die an Gold- und Silberpreise gekoppelt sind.

Die Nachfrage entscheidet maßgeblich über die erzielbaren Verkaufserlöse. Gegenüber Oldtimern und Kunst bestehen aber mindestens zwei Vorteile: Zum einen wird deutlich weniger Platz benötigt, bei einem Fahrzeug muss häufig die Garagenmiete abgezogen werden. Dasselbe gilt natürlich auch für Kunstgegenstände. Außerdem sind jeweils Vergleichspreise schwierig zu ermitteln, weil der individuelle Zustand berücksichtigt werden muss. Münzen zeigen sich in dieser Hinsicht wesentlich einsteigerfreundlicher. Trotzdem sollte nicht die Rendite im Vordergrund stehen: Die Anlage in Münzen ist zwar vergleichsweise sicher, eine genaue Preisentwicklung wird aber niemand prognostizieren können, üppige Gewinne sind also keinesfalls garantiert. Vorzüge finden sich aber an anderer Stelle: Das Münzsammeln kann sich auch zu einem spannenden Hobby entwickeln.

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