95903520 10222359471520787 2167509594442563584 oAnzeige fountad dueren magazin 09 2020

Düren (pm/dn) "Als 'Navi' für die Innenstadtentwicklung, das aber auch auf aktuelle Ereignisse reagieren und für besondere Konstellationen flexibel bleiben muss", bezeichnete Bürgermeister Paul Larue den Masterplan Innenstadt.

Um die Dürener Innenstadt als urbanen Lebensraum zu stärken und weiterzuentwickeln, hatte der Stadtrat im Juli beschlossen, einen solchen erarbeiten zu lassen. Mit der Erstellung beauftragt wurde das Aachener Planungsbüro HJPplaner.

"Wir fangen nicht bei Null an", betonte der Bürgermeister und verwies auf die vom Amt für Stadtentwicklung erarbeiteten Teilelemente, die in den Masterplan einfließen werden sowie die vom CityMa e.V. angestoßenen Innenstadt-Entwicklungsprozesse unter Beteiligung von Bürgern. "Einige Themen daraus, die noch offen sind, werden im Masterplan aufgegriffen und durch neue ergänzt", sagt Paul Larue.

"In den vergangenen Jahren ist viel passiert", findet auch Paul Zündorf, Technischer Beigeordneter der Stadt Düren, und nennt als Beispiele die Aufwertung der Fußgängerzone und den Museumsanbau. "Aber es sind neue Herausforderungen für die Innenstädte allgemein hinzugekommen: leer stehende Ladenlokale, Absinken der Bewohnerstruktur, leer stehende Wohnungen in der Innenstadt mit daraus resultierendem Renovierungsstau, Sinken der Aufenthaltsqualität, Sicherheit und Ordnung. In diesen Bereichen hat es sich nicht so entwickelt, wie das für die Vitalität, also die Lebensgrundlage der Stadt gut gewesen wäre." In der Vergangenheit, so Zündorf, habe man den Fehler gemacht, zu einseitig auf die Stärkung des Einzelhandels zu setzen. Wohnen, Handel, Kultur bedingen einander. "Unser Ansatz muss sein, die Innenstadt als multifunktionalen Lebensraum zu stärken. Wir müssen den Fokus auf alle städtischen Funktionen richten, die die Stadt vital halten."

Bis zum September 2014 soll der Masterplan erarbeitet sein unter reger Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern. Dr. Harald Heinz, Stadtentwickler und Architekt vom beauftragten Aachener Planungsbüro, legte dar, wie bei der Erstellung des Masterplans vorgegangen wird. Der Innenstadtbereich wird dabei weiter als üblich gefasst, reicht bis zur Bonner Straße, Stürtzstraße, Friedrichplatz und erfasst auch die Ruraue, wo sie thematisch eine Rolle spielt. Die Stadteingangsbereiche sollen besonders in den Blick genommen werden.

Von Anfang an wird dabei auf die Zusammenarbeit mit den Dürener Bürgerinnen und Bürger gesetzt, die vom Planungsbüro in Einzelgesprächen, Diskussionsgruppen und Stadtrundgängen mit verschiedenen Themen wie Sicherheit, Barrierefreiheit, Verkehr einbezogen werden. Am Prozess beteiligt werden alle, die dazu bereit sind, vom Schüler bis zum Senior.

Die gesammelten Informationen sollen zu einem Leitbild für die zukünftige Innenstadt entwickelt werden. Auf der Grundlage dieses Leitbilds werden in einem Handlungskonzept konkrete Maßnahmen entwickelt und Finanzierungsmöglichkeiten dargestellt. Dies ist Voraussetzung für die Aufnahme der Dürener Innenstadt in das Städtebauförderungsprogramm des Landes NRW. Mit städtischen Mitteln allein sind die anstehenden Innenstadt-Probleme nicht zu lösen. "Deshalb muss die Qualität des Masterplan-Konzeptes stimmen als Voraussetzung dafür, Fördergelder zu beantragen", unterstreicht Paul Zündorf.

Konkret gestartet wird mit einem Testlauf zur Immobilienberatung für Hausbesitzer in der Josef-Schregel-Straße, mit denen Beratungsgespräche geführt, Maßnahmen-Listen erarbeitet und denen die Möglichkeiten für Förderungen erläutert werden. Das Modell soll später auf die gesamte Innenstadt übertragen werden.

Oberste Priorität hat für Dr. Harald Heinz das Ziel, die Identität der Stadt zu stärken. "Düren krankt daran, dass die Dürener sich über die Identität ihrer Stadt nicht ganz klar sind und oft zu schlecht über ihre Stadt reden. Identität muss auf Fakten aufbauen." Das Wasser der Rurstadt, das Papier der Papierstadt - darin sehen die Planer entwicklungsfähige Fundamente für ein Stadtbild, mit dem die Bürgerinnen und Bürger sich identifizieren können. "Wo Wasser ist, halten sich Menschen auf", sagt Dr. Harald Heinz. "Wir müssen Dinge suchen und kultivieren, die es woanders nicht gibt."

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