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Unsere Schlagzeilen werden immer wieder von augenscheinlich besonders dramatischen Krankheiten bestimmt, die massiv mit der Angst der Menschen spielen. Andere Erkrankungen, die ein deutlich höheres Aufkommen haben, finden oft in Ermangelung an möglichst spektakulären Schlagzeilen keine öffentliche Lobby. Das gilt inzwischen sogar für HIV und AIDS. Noch weniger Aufmerksamkeit finden sogar einige Formen der viralen Lebererkrankungen wie Hepatitis C. Dabei ist deutschlandweit mit einer relativ hohen Dunkelziffer zu rechnen. Auch im Landkreis Düren und den umliegenden Landkreisen gibt es jedes Jahr konstante Zahlen bei den Neumeldungen. Dabei könnte Hepatitis C in 90 Prozent aller Fälle vermieden bzw. die Symptome unterbunden werden, wenn es nur rechtzeitig behandelt wird.

Eine verschobene Wahrnehmung des öffentlichen Interesses

Sicherlich kann sich der eine oder andere Leser an die Vogelgrippe-Meldungen (H5N1) erinnern, die immer wieder die Schlagzeilen dominieren. Das Robert-Koch-Institut hat im Februar 2015 alle dokumentierten Fälle veröffentlich: es sind bislang rund 700 Fälle von Vogelgrippe beim Menschen nachgewiesen - weltweit! Ähnlich sieht es mit der bakteriellen Erkrankung EHEC aus, bei der jährlich rund 900 bis 1.200 Fälle bundesweit festgestellt werden, die aber sehr gut zu therapieren ist. Im Zusammenhang mit einigen Fällen kam im Prinzip der gesamte Gurkenimport aus Spanien zum Erliegen. Doch Erkrankungen wie HIV oder Hepatitis C (HCV) wird diese mediale Aufmerksamkeit leider schon lange nicht mehr zuteil.

Von der Ansteckung über chronische HCV-Erkrankungen hin zu massiven Leberschäden

Von der Infektion über den herkömmlichen Verlauf der Hepatitis-C-Erkrankungen führen rund 70 Prozent zur chronischen Hepatitis-C-Infektion. Die ohnehin wenigen Symptome werden dabei in der ersten Phase (Prodromalphase) oft einer Erkältung oder Grippe zugerechnet: - Müdigkeit - Gliederschmerzen - Appetitlosigkeit - drückender Schmerz im rechten Oberbauch - eventuell leichtes Fieber In der zweiten Krankheitsphase kann es dagegen zu einer dunklen Verfärbung des Urins, lehmfarbenen Stuhl und Gelbsucht kommen. In sehr seltenen Fällen kommt es zu einem letalen Leberversagen. Das Risiko, dass die Hepatitis C nicht erkannt wird, liegt im fehlenden Schmerzempfinden in der Leber. Wird jedoch eine chronische HCV nicht behandelt, kommt es bei circa 30 Prozent aller Betroffenen zu einer Schrumpfleber (Leberzirrhose) oder Leberkrebs (Leberzellkarzinom).

Der Anteil an Hepatitis-C-Erkrankungen in Düren und Nachbarlandkreisen

Bundesweit lagen die Zahlen der meldepflichtigen Erstdiagnose bei rund 5.000 Erkrankungen. Im Kreis Düren schwankten die diagnostizierten Hepatitis-C-Fälle zwischen 12 (2011) und 6 (2012), was in 2012 einem Bevölkerungsanteil von 0,9 Prozent 2012 und 1,9 Prozent 2012 entsprach. In den Nachbarkreisen sah es teilweise dramatischer aus (2012): Heinsberg: 2,2 Prozent der Kreis-Bevölkerung entsprachen Städteregion Aachen: 6,2 Prozent Euskirchen: 2,2 Prozent Rhein-Erft-Kreis: 9,1 Prozent

Erfolgreiche Therapie - wenn Hepatitis C entdeckt wird

Hepatitis C kann heutzutage relativ gut mit Medikamenten in den Griff bekommen werden. Eine vollständige Genesung ist sowohl bei der chronischen als auch der akuten Erkrankung nicht. Dennoch gibt es viele Therapie-Ansätze, die ein relativ sorgenfreies Leben mit der Krankheit versprechen. Das Frühstadium der Krankheit wird derzeit mit dem Botenstoff Interferon-alpha behandelt, welcher zur Stimulation der Abwehrzellen gegen den Virus beiträgt. Bei der chronischen Krankheit werden mehrmals täglich Tabletten eingenommen. Relativ neu unterstützt auch das Medikament Sofosbuvir die Therapie und scheint erfolgsversprechend bei der Unterdrückung der Symptome. Auch Therapiebegleitungen in Form der sogenannten SMART-Therapie bei Hepatitis C unterstützen den Patienten bei der Medikazion.

Anlaufstellen zum Testen und für Betroffene in Düren und Landkreis

Hepatitis C wird parental übertragen, das heißt, hauptsächlich durch Injektionen, also Spritzen. In bis zu 30 Prozent lässt sich die Ansteckungsursache zwar nicht mehr feststellen, jedoch zählt das gemeinsame Benutzen von Spritzen bei Drogenabhängigen zu einer der hauptsächlichen Ansteckungsursachen. Damit ist die Gruppe der Drogenabhängigen auch in besonderem Maße einem Ansteckungsrisiko ausgesetzt. Für Düren gibt es dabei mehrere Anlaufstellen sowohl für Betroffene als auch für diejenigen, die sich einem Schnelltest auf Hepatitis C unterziehen wollen. Die Deutsche Leberhilfe e. V. verweist hier auf die . Ebenso steht das St. Marien-Hospital in Düren-Birkesdorf zur Auswahl bereit.

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