Früher oder später benötigen die meisten Menschen eine Brille. In Deutschland tragen circa 40,1 Millionen Menschen eine Sehhilfe - ab dem 60. Lebensjahr steigt die Quote der Brillenträger sogar auf 93 Prozent. Der Grund dafür lautet Alterssichtigkeit. Doch viele Brillenträger sind bereits kurzsichtig und werden im Alter noch weitsichtig dazu. Dann hilft eine Gleitsichtbrille. Im Alter lässt die sogenannte Akkommodation nach. Das ist der Vorgang, wenn sich die Augenlinsen sowohl auf Ferne als auch auf Nähe einstellen können. Mit zunehmendem Alter nimmt die Akkkomodationsfähigkeit der Augen aber immer weiter ab, und es fällt schwer, Gegenstände in der Nähe scharf zu sehen. Dann benötigen Betroffene eine Brille gegen Weitsichtigkeit. Wer vorher bereits auf eine Brille gegen Kurzsichtigkeit angewiesen war, benötigt ab diesem Zeitpunkt also sogar zwei Sehhilfen. Da das ständige Wechseln zwischen den Brillen mühsam ist, greifen viele dann auf eine Gleitsichtbrille zurück, mit der man auf alle Entfernungen scharf sehen kann. Im oberen Teil der Brillengläser wird die Kurzsichtigkeit korrigiert, im unteren Teil der Brille der Blick in die Nähe. Der Übergang ist in den Gläsern fließend, sodass auch in den Zwischenentfernungen scharfes Sehen möglich ist. Das unterscheidet die Gleitsichtbrille von einer Brille mit Bifokalgläsern, bei der eine deutliche Trennungslinie zwischen den verschiedenen Sehbereichen erkennbar ist. Wer eine Gleitsichtbrille trägt, kommt dem natürlichen Sehen am nächsten, da der Blick immer automatisch in den Bereich des Brillenglases fällt, der die passende Korrektur bietet. Eine Gleitsichtbrille ist außerdem besonders gut an die heutigen anspruchsvollen Sehanforderungen angepasst, bei denen der ständige Gebrauch von Smartphones und Laptops unsere Augen zusätzlich beansprucht, da sie häufig zwischen fern und nah wechseln müssen. Zwar sind Gleitsichtbrillen aufgrund der Raffinesse der Gläser teurer als Brillen mit Bifokalgläsern, doch aus den genannten Gründen lohnt sich die Investition. Die Kosten belaufen sich bei den meisten Optikern auf mindestens 400 Euro. Sparen kann jedoch im Netz - online findet man oft deutlich reduzierte Modelle.

Eingewöhnungszeit nötig

Wer zum ersten Mal eine Gleitsichtbrille aufsetzt, wird merken, dass das Sehen mit ihr etwas gewöhnungsbedürftig ist. Viele haben sogar mit Kopfschmerzen und Schwindelgefühlen zu kämpfen. Das ist aber normal, denn schließlich muss sich das Gehirn erst an das neue Sehgefühl gewöhnen. Umso wichtiger ist es, die Brille täglich zu tragen. Dann müssen sich die Augen nicht ständig umstellen, und die Eingewöhnungszeit verkürzt sich. Wer allerdings nach zwei Monaten noch Probleme hat, wenn er die Brille trägt, sollte einen Optiker aufsuchen. Dieser untersucht dann, ob sie nicht richtig angepasst ist und greift gegebenenfalls korrigierend ein.

Bildrechte: Flickr Brille 3 Maik Meid CC BY-SA 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

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