Viele Menschen schreiben sich heutzutage auf die Fahne, besonders nachhaltig zu denken und zu handeln. Doch mit veganer Ernährung, einem Kreuz für Bündnis 90/Die Grünen auf dem Wahlzettel und Fahrradfahren ist es noch nicht getan. Wer beim Kauf von Alltagsprodukten seine Entscheidungen öfter überdenkt, kann Müll vermeiden, Ressourcen schonen und mit seinem Beitrag für den Umweltschutz sogar noch Geld sparen. Die folgenden Beispiele sind nur einige von vielen. Sie verdeutlichen aber, wie Verbraucher etwas ändern können.

Verpackungen

Verpackungen sollen Waren vor dem Verderben oder Verschmutzen schützen. Bei Produkten wie Milch ist dies auch unmittelbar einsichtig. Im Fall von Gurken oder diesen Produkten sind die zusätzlichen Kunststoffhüllen jedoch unnötig. Was Verpackungen angeht, ist Deutschland in Europa Spitzenreiter – knapp 17 Millionen Tonnen Verpackungsmüll fallen hierzulande jedes Jahr an, wie das Umweltbundesamt in einer Studie aus dem Jahre 2015 aufzeigt. Das liegt nicht nur an der Lebensmittelindustrie, die Obst und Gemüse immer noch überwiegend in Plastik einschweißt, sondern auch an den Textilherstellern – und nicht zuletzt dem Einzelhandel selbst. Die Konsequenzen sind weitreichend: Weltweit vermüllen die Ozeane und Strände, wodurch jährlich zehntausende Meerestiere sterben. Ein erster Schritt dagegen ist bereits getan: Seit dem 1. Juni 2016 sind Plastiktüten überwiegend kostenpflichtig, die dünnen Beutel für Obst und Gemüse gibt es aber weiterhin umsonst. Zudem ist der Verzicht auf kostenlose Plastiktüten, den das Umweltbundesministerium mit dem Handelsverband vereinbarte, kein Gesetz, sondern lediglich eine freiwillige Selbstverpflichtung. Letztlich bleibt die Entscheidung also in den Händen der Wirtschaft. Hier ist es am Verbraucher, sich eine eigene Tasche mitzunehmen oder für wenige Cent mehr eine Pfand- oder Papiertüte an der Kasse zu kaufen. Zudem gibt es inzwischen zahlreiche verpackungsfreie Supermärkte, die sich dem Umweltschutz verschrieben haben, zum Beispiel Freikost Deinet in Bonn-Duisdorf.

Elektrogeräte

Als besonders umweltbewusst gilt, wer beim Kauf eines neuen Fernsehers zu einem LED-Gerät greift. Allerdings rät die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz dazu, den Händler nach dem tatsächlichen Stromverbrauch zu fragen – auch im Standby-Modus. Denn die Effizienzklasse gibt keine Auskunft über den tatsächlichen Stromverbrauch eines Fernsehers. Der Grund dafür ist, dass die Einstufung immer im Verhältnis zur Displaygröße erfolgt. Besser ist es daher, auf den Stromverbrauch in Kilowattstunden pro Jahr zu achten, der ebenfalls auf dem Energielabel steht. Grundsätzlich lohnt sich bei Unterhaltungselektronik immer ein genauer Blick: Computer, Fernseher und Co. verursachen inzwischen ein Viertel des Stromverbrauchs privater Haushalte. Aber auch alte Kühlschränke und Geschirrspüler sind regelrechte Stromfresser. Energielabel und die Energieeffizienzklassen sind eine hilfreiche Orientierung für Kunden. Mit einem sparsamen A+++-Kühlgerät lassen sich beispielsweise die jährlichen Stromkosten in einem 3-Personen-Haushalt um 130 Euro senken. Auch bei einem Geschirrspüler, der mehr als 10 Jahre alt ist, sollte man darüber nachdenken, ein neues Modell anzuschaffen. Denn moderne Geräte verfügen über eine Reinigungsautomatik, die die Menge an Reinigungsmittel und Wasser dem Verschmutzungsgrad des Geschirrs anpasst und somit ein optimales Reinigungsergebnis bei schonendem Einsatz sämtlicher Ressourcen gewährleistet. Denn weder Wasser noch Strom sind unerschöpflich. Die Welt lässt sich nicht von heute auf morgen verbessern. Allerdings beginnt Veränderung im Kopf – und da hilft jedes noch so kleine Umdenken.

Bildrechte: Flickr Globo verde Olearys CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

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