Erste Hilfe bei Herzerkrankungen: Ein Großteil der Erkrankungen in unserer Gesellschaft fällt in den Bereich der Herzerkrankungen. Betroffen sind nicht nur ältere Menschen sondern immer mehr auch junge. 20-jährige mit akuten Herzerkrankungen sind zwar auch heute noch selten aber leider nicht auszuschließen.

 

Besonders gefährdet für Herz-Kreislauf Erkrankungen sind in jungen Jahren stark übergewichtige Personen oder Personen mit angeborenen Herzkrankheiten.

Häufig auftretende Herzerkrankungen sind:

-    Der Herzinfarkt
-    Die Angina pectoris
-    Die koronare Herzkrankheit

Was ist ein Herzinfarkt?
Ein Herzinfarkt entsteht dadurch, dass sich die Gefäße am Herz durch Ablagerungen zusetzen und eine ausreichende Durchblutung nicht mehr gewährleistet ist. Das hinter dem Verschluss liegende Herzmuskelgewebe stirbt durch den Mangel an Sauerstoff ab und löst dadurch, je nach Schwere, einen starken bis vernichtenden Schmerz aus.

Was ist eine Angina pectoris?
Als Angina pectoris bezeichnet man einen anfallartigen Brustschmerz (Brustenge) der durch eine Durchblutungsstörung in Herzgefäßen ausgelöst wird. Ablagerungen in den betreffenden Gefäßen haben hier zu einer Engstelle geführt und sorgen dafür, dass nicht mehr ausreichend Blut den Herzmuskel erreicht. Die Angina pectoris kann in mehreren verschiedenen Formen auftreten, hier zu nennen wären die stabile Angina pectoris (der Schmerzcharakter der Anfälle bleibt immer gleich, die Beschwerden lassen durch Gegenmaßnahmen wie körperliche Ruhe oder Medikamenteneinnahme nach),die  instabile Angina pectoris (plötzliche Änderung des Zustandes, erstmaliges auftreten einer Angina pectoris, Beschwerden in Ruhephasen, Zunahme der Anfallshäufigkeit usw.) sowie die Belastungsangina (tritt auf, wenn die Herzgefäße oder das Herzgefäß in Ruhesituationen ausreichend Förderleistung erbringt, jedoch bei Bewegung oder Anstrengung und damit verbundenem höheren Sauerstoffbedarf im Herzen nicht mehr in der Lage ist den Herzmuskel ausreichend zu Versorgen. Die Beschwerden gehen wieder zurück, sobald der Betroffene sich wieder beruhigt hat oder entsprechende Medikamente eingenommen hat.

Als weitere Formen der Angina pectoris treten die Angina dekubitus, Prinzmetall-Angina, Präinfarktangina und therapieresistente Angina auf, welche hier allerdings nicht weiter beschrieben werden.

Was ist eine koronare Herzkrankheit?
Die koronare Herzkrankheit ist eine Erkrankung von Herzkranzgefäßen. In den meisten Fällen wird diese durch Arteriosklerose (Verkalkung der Arterien) hervorgerufen. Auch hier findet wieder eine Verminderung des Gefäßdurchmessers statt und verursacht eine Durchblutungsstörung und eine damit Verbundene Minderdurchblutung des Herzmuskels. Das Leitsymptom der koronaren Herzkrankheit ist die Angina pectoris (siehe oben). Im Verlauf der Krankheit erhöht sich die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Begleiterscheinungen wie beispielsweise einer Herzschwäche oder von Herzrhythmusstörungen und lebensbedrohlichen Erkrankungen wie dem Herzinfarkt oder auch dem plötzlichen Herztod. Die koronare Herzkrankheit ist chronisch und schreitet über Jahre bis Jahrzehnte fort. Eine koronare Herzkrankheit ist nicht mehr Heilbar.

ACHTUNG: Kommt es zum Herzinfarkt oder sonstiger Herzerkrankung, muss der Betroffene so schnell wie möglich einem geeigneten Krankenhaus zugeführt werden. Schnelles und richtiges Handeln ist erforderlich um dem Betroffenen einen guten Ausgang der Erkrankung zu gewährleisten. Setzen Sie so schnell wie möglich nach Erkennen den Notruf ab, auch wenn Sie sich nicht sicher sind ob es sich tatsächlich um einen Herzinfarkt handelt.

Viele Betroffene nehmen die nicht so stark auftretenden Beschwerden eines Infarktes oftmals nicht so ernst wie es erforderlich ist. Leisten Sie Überzeugungsarbeit und rufen Sie zur Not auch einen Notarzt gegen den Willen des Betroffenen.

Symptomatik:

Betroffene mit akuten Herzerkrankungen weisen in der Regel eindeutige Zeichen auf:

-    Schmerzzustände (starker bis vernichtender Schmerz)
-    Kaltschweissigkeit
-    Luftproblematiken
-    Blass-gräuliche Hautfarbe
-    Teilweise nur noch bedingt oder nicht mehr Ansprechbar

Auch wenn diese akuten Symptome nicht oder nur teilweise vorhanden sind, aber der Betroffene über Schmerzen im Brustbereich (hinter dem Brustbein), im rechten Arm, im Rücken oder im Oberbauchbereich klagt ist dringend ein Notarzt zu Rufen.

Was kann ich machen?

Als Ersthelfer gehen Sie grundsätzlich nach dem Schema anschauen, ansprechen, anfassen vor. Ist der Betroffene bei Bewusstsein, wirken Sie beruhigend auf ihn ein. Sorgen Sie für eine Oberkörperhochlage (ca. 30°), befreien Sie den Betroffenen von engen Kleidungsstücken wie zum Beispiel einem Schlips oder öffnen Sie Hemdknöpfe etc. Wenn möglich öffnen Sie ein Fenster um dem Betroffenen Frischluft zuzuführen. Erwähnen Sie in Ihrem Notruf unbedingt welche Symptome vorliegen damit die Leitstelle entsprechende Kräfte und Mittel entsenden kann und hier kein Zeitverzug in der notärztlichen Versorgung entsteht. Betreuen Sie den Betroffenen bis zum Eintreffen der Rettungskräfte.

Ist der Betroffenen nicht mehr Ansprechbar legen Sie, wenn nicht bereits gegeben, den Betroffenen mit dem Rücken flach auf den Boden und gehen Sie wie folgt vor:

-    Anschauen, ansprechen, anfassen
-    Rufen Sie um Hilfe um evtl. umstehende Personen zu aktivieren
-   Überprüfen Sie die Atmung, wenden Sie den lebensrettenden Handgriff an, halten Sie ihr Ohr knapp über den Mund des Betroffenen mit Blickrichtung Fußwärts und überprüfen Sie 10 Sekunden lang ob eine Atmung vorhanden ist oder nicht.

Die durchführung des lebensrettenden Handgriffs wird HIER beschrieben.

Liegt eine normale Atmung vor:

-    Verbringen Sie den Betroffenen in die stabile Seitenlage
-    Setzen Sie den Notruf ab

Liegt keine normale Atmung vor -> Absetzen des Notrufs und anschließend Durchführung der Herz-Lungen Wiederbelebung

© Andre Miebach


Hinweis: Diese Seiten ersetzen keinen Erste-Hilfe Kurs oder einen Kurs in lebensrettenden Sofortmaßnahmen. Wir raten Ihnen, falls Sie noch keinen der beiden Kurse besucht haben, dieses unbedingt nachzuholen. Sollten Sie bereits einen der Kurse besucht haben raten wir Ihnen nach zwei Jahren einen Auffrischungskurs zu besuchen. Informationen zu Kursen, deren Inhalt und wann Kurse angeboten werden erhalten Sie bei den Hilfsorganisationen DRK, MHD, ASB, JUH, DLRG uvm.  in Ihrer Nähe.

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