Düren: Das Jugendamt der Stadt Düren hat sich erfolgreich für die Teilnahme am Projekt „Beistandschaften 2020“ der beiden NRW- Landesjugendämter beworben und wurde zusammen mit fünf anderen Bewerbern ausgewählt, an dem Praxisentwicklungsprojekt teilzunehmen. Es wird durch das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW gefördert und durch ein wissenschaftliches Forschungsprojekt des Instituts für Soziale Arbeit (ISA Münster/Düsseldorf) begleitet.

Beatrix Prescher, stellvertretende Jugendamtsleiterin und Abteilungsleiterin, sowie Gerda Rossa, Projektkoordinatorin beim Jugendamt der Stadt, freut es sehr, dass Düren daran mitarbeiten kann, die Qualität des Fachdienstes ‚Beistandschaft‘ modellhaft weiterzuentwickeln und zu optimieren. Gerda Rossa umreißt die vordringlichsten Aufgaben dieses Bereichs der Jugendamtsarbeit: „Wir helfen Eltern im Fall einer Trennung und Alleinerziehenden, vorwiegend Müttern, den Unterhalt zu realisieren, und bei der Anerkennung von Vaterschaften, beides notfalls vor Gericht.“

Dass Düren ausgewählt wurde zur Teilnahme an dem Projekt, führt Beatrix Prescher auf die hohe Anzahl der Fälle zurück, die das Dürener Jugendamt betreut: Vier und eine halbe Stelle begleiten insgesamt über 1400 Fälle. „Unter den von mir betreuten 340 Fällen sind lediglich zehn Väter“, ergänzt Gerda Rossa.

Seit einer Reform im Jahr 1998 ist die Beistandschaft vordringlich als neues Dienstleistungsangebot der öffentlichen Jugendhilfe gedacht, das den Eltern einen eigenen Rechtsanspruch auf Beratung und Unterstützung in Abstammungs- und Unterhaltsangelegenheiten bietet. Bei ständig steigenden Fallzahlen, wird es immer schwieriger, das einzulösen. „Die Förderung der Autonomie und Selbstverantwortung der Eltern durch eine qualifizierte Beratung“, ist deshalb das vordringlichste Projektziel für das Dürener Jugendamt. Das geht nur auf Grundlage der verstärkten Möglichkeit zu intensiven Gesprächen, um einvernehmliche Lösungen im Interesse der Kinder zu finden. „Das ist viel besser, als erst reagieren zu können, wenn sich die Fronten bereits verhärtet haben“, sagt Gerda Rossa.

Für die Dauer des Projektes, das nach 15 Monaten in der Mitte des nächsten Jahres ausläuft, gibt es kontinuierliche Unterstützung. Zum einen wird  für diesen Zeitraum die Beistandschaft-Abteilung des Jugendamtes durch die Finanzierung einer Viertelstelle gefördert. Zum anderen finden mehrere Standorttreffen  mit einem Vertreter des Landesjugendamtes im Dürener Jugendamt statt, begleitet von einer Projektberaterin.

Gleichzeitig wird im Team Beistandschaft des Dürener Jugendamtes gemeinsam gezielt den Fragen nachgegangen: Wo stehen wir? Wo soll es hingehen?

Mehrmals treffen sich die Projekt-Koordinatorinnen und Koordinatoren der teilnehmenden Jugendämter zum Austausch. „Dabei hat sich bereits herausgestellt, dass die Situationen in den einzelnen Jugendämtern sehr unterschiedlich sind“, erklärt Beatrix Prescher. „Das eine oder andere ist hier in Düren bereits umgesetzt, zum Beispiel durch Anbindung an die frühen Hilfen. Das gibt es in anderen Jugendämtern noch gar nicht“, stellt Gerda Rossa fest.


„Wir sind da ganz gut aufgestellt mit den Fachdiensten und dem neuen Eingangsmanagement im Sozialen Rathaus im City-Karre, das viele Hilfesuchende direkt gezielt zu uns schickt“, ergänzt Beatrix Prescher.  Trotzdem bleibt im Rahmen des Projektes noch viel zu tun, um dem Wandel in der Gesellschaft Rechnung zu tragen und die alten Strukturen im Bereich Beistandschaft neu zu überdenken.  Beatrix Prescher baut dabei auf die Motivation der Kolleginnen und Kollegen. „Wir haben bewährte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie neue Leute im Team. Da gibt das Projekt genau zur richtigen Zeit einen wichtigen Impuls.“

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