Krankenhaus Düren gem. GmbH

Düren: Bessere Vorbereitung auf extreme Situationen wird für Notärzte und Rettungshilfepersonal immer wichtiger. Vieles fehlt in der Facharztausbildung oder kommt in der Praxis für Rettungsdienst- und Fachpflegepersonal nur selten vor. Grund genug für die Organisatoren vom Dürener Anästhesie Symposium (DAS), sich diesen extremen Themen bei einer Fortbildung zu widmen.

„Wir brauchen einsatzbereite Kollegen und Kolleginnen, die auch mit ungewöhnlichen und Risikosituationen kompetent umgehen können“, erläutert Initiator Prof. Dr. Stefan Schröder, Chefarzt der Klinik für Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie des Krankenhauses Düren. Dr. Sigurd Kohlen, Oberarzt der Abteilung, Desirée Wilms und der Ärztliche Leiter Rettungsdienst des Kreises Düren, Dr. Detlef Struck, konnten diesmal über 90 ärztliche Kollegen und Rettungsdienstmitarbeiter aus ganz NRW zum „DAS extreme“  an den Rurbergsee locken. Spezialisten aus der Praxis informierten über Gifttierbisse, Stromunfallopfer, Verstrahlungsunfälle und Erstversorgung bei Verbrennungen.

Notärzte in Australien arbeiten in speziellen Gifteinsatzwagen, doch auch in Deutschland nimmt die Zahl der gefährlichen Tiere in privaten Haushalten bei Sammlern zu. „Die meisten der privat gehaltenen beißenden oder stechenden Tiere sind vorwiegend für ihre Halter gefährlich“, informierte Dr. Gregor Rehatschek, Gerinnungsspezialist aus Bonn. Schlangenspezialist Hans-Michael Kaiser führte drei "lebende Schätzchen“ als Anschauungsmaterial vor. „Je kleiner, desto giftiger und somit gefährlicher, wobei giftige Vipern Katzenaugen haben und immer zwei Abdrücke ihrer Giftzähne hinterlassen“ , blieb als Merkformel für Nichtexperten.  Dr. Thomas Rueb, Leiter Betriebsmedizin im Forschungszentrum Jülich, informierte über Erstversorgung kontaminierter Personen bei Verstrahlung, anschließend durften die Teilnehmer selbst das optimale Vorgehen für einen mit einer unbekannten Substanz kontaminierten Dummy ausprobieren. Diplomchemiker Rüdiger Heidbüschel leitete die Teams professionell an: Leben retten und Dekontaminieren sollten am besten parallel erfolgen, um das Überleben sicherzustellen, ohne andere zu gefährden. Der dramatische Notarztbericht von Internistin Maximiliane Strauch aus Köln erinnerte das sichtlich betroffene Publikum teilweise an Szenen, die man eher aus Horrorfilmen kennt. 

Das nächste Thema: Stromunfälle. Ausgestattet mit ein paar Physikkenntnissen und mit einem Einblick in die Abläufe der Gleisbetreiber ist es Einsatzkräften möglich, sich einem Stromunfallopfer im Bahngleisbereich gefahrlos zu nähern.

Anschließende Praxisübungen an Hähnchenschenkeln, rohen Eiern und Gummipuppen brachten das notwendige Handwerkszeug zu den Teilnehmenden, denn Übung macht bekanntlich den Meister. Die Organisatoren zeigten sich extrem zufrieden, denn alle Teilnehmer bestanden den abschließenden Test und sind definitiv gewappnet für die nächsten Ausnahmesituationen.

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