Weilerswist: Ein Gefahrguteinsatz hat am Montagabend auf der Bundesautobahn 61 für erhebliche Verkehrsbehinderungen gesorgt. Nach dem Austritt einer ätzenden Flüssigkeit aus einem Lastwagen musste die Autobahn zwischen Weilerswist und Swisttal in Fahrtrichtung Koblenz vollständig gesperrt werden. Betroffen war der Rastplatz „Am Blauen Stein“, der aus Sicherheitsgründen vollständig geräumt wurde. Nach Angaben der Autobahnpolizei handelte es sich bei dem ausgetretenen Gefahrstoff um Ameisensäure.

Undichter Gefahrgutbehälter löst Großeinsatz aus

Nach ersten Informationen transportierte der Lastwagen rund 11.000 Liter Ameisensäure. Der beschädigte Behälter war mit etwa 2.000 Litern der Chemikalie befüllt. Wie viel der Säure tatsächlich austrat, war am Abend noch unklar.

Rund 110 Einsatzkräfte der Feuerwehr waren vor Ort, um den Gefahrstoffaustritt unter Kontrolle zu bringen und eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Eine Spezialfirma übernahm die Sicherung und Entsorgung der ausgelaufenen Chemikalie.

Nach Angaben der Feuerwehr wird sich der Einsatz voraussichtlich bis weit nach Mitternacht hinziehen.

Positiv: Bis zum Abend wurden keine Verletzten gemeldet.

Was ist Ameisensäure?

Ameisensäure ist eine farblose Flüssigkeit mit einem stechenden, stark reizenden Geruch. Sie kommt zwar auch in der Natur vor – beispielsweise im Gift von Ameisen sowie in Brennnesseln –, wird in der Industrie jedoch in deutlich höheren Konzentrationen eingesetzt.

Verwendung findet sie unter anderem:

  • in der chemischen Industrie
  • bei der Leder- und Textilverarbeitung
  • als Konservierungsmittel in der Landwirtschaft
  • in der Imkerei zur Bekämpfung der Varroamilbe

Warum ist Ameisensäure gefährlich?

Je nach Konzentration kann Ameisensäure erhebliche Gesundheitsgefahren verursachen.

Bereits der Kontakt mit der Flüssigkeit kann zu:

  • schweren Hautreizungen und Verätzungen
  • Augenschäden
  • Reizungen der Atemwege
  • Husten und Atembeschwerden

führen.

Wer größere Mengen der Dämpfe einatmet, kann zudem Kreislauf- und Atemprobleme entwickeln. Gelangt die Säure in Gewässer oder den Boden, besteht außerdem die Gefahr einer Umweltbelastung.

Aus diesem Grund gehen Feuerwehr und Spezialkräfte bei Einsätzen mit Ameisensäure besonders vorsichtig vor und arbeiten mit spezieller Schutzkleidung sowie Chemikalienschutzanzügen.

Ermittlungen zur Ursache laufen

Warum der Behälter undicht wurde, ist derzeit noch unklar. Die Polizei hat die Ermittlungen zur Ursache des Gefahrgutunfalls aufgenommen.

Während der Bergungs- und Reinigungsarbeiten bleibt die Sperrung der A61 bestehen. Verkehrsteilnehmer müssen sich auf erhebliche Behinderungen einstellen.

Fazit:
Der Vorfall zeigt, wie schnell ein technischer Defekt beim Transport gefährlicher Stoffe zu einem aufwendigen Großeinsatz führen kann. Dank des schnellen Eingreifens der Einsatzkräfte konnte die Situation bislang ohne Verletzte bewältigt werden. Dennoch dürfte die Beseitigung der ausgelaufenen Ameisensäure und die Reinigung des betroffenen Bereichs noch mehrere Stunden in Anspruch nehmen.

Bilder: J.Priebe