Kreis Düren: Schwitzen war gestern: Die Rurtalbahn setzt auf ihrer Hausstrecke entlang der Rur in Kürze drei nagelneue Fahrzeuge ein, die erheblich komfortabler sind als ihre altgedienten Regio-Sprinter. So sind die 54 Meter langen Triebwagen des Herstellers Alstom jeweils mit Klimaanlage, Großraum-WC und speziellen Sitzplätzen für mobilitätseingeschränkte Personen ausgestattet. Eingesetzt werden sie ab dem 1. Juli 2017 vornehm-lich auf dem Nordast zwischen Düren und Linnich.
Bei Bedarf fahren sie aber auch auf dem Südast zwischen Düren und Heimbach, auf dem bereits seit 2011 fünf komfortable Regio-Shuttle-Fahrzeuge verkehren.
Der Lint 54 bietet 330 Passagieren Platz
Die neuen Altstom Lint 54 bieten über 300 Menschen Platz. Neben den 160 Sitzplätzen können 170 weitere Passagiere stehend transportiert werden. Zum Vergleich: Der Regio-Shuttle hat nur 74 Sitzplätze. Angetrieben wird der Lint 54 von drei Dieselmotoren, die jeweils 390 Kilowatt leisten. Sie beschleunigen den 92 Tonnen schweren zweigeteilten Triebwagen bei Bedarf auf 140 km/h. Entlang der Rur gilt allerdings eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 80 km/h.
Insgesamt zwölf Millionen Euro hat die Rurtalbahn für die drei neuen Fahrzeuge bezahlt. Sie wurden binnen acht Monaten im Alstom-Werk in Salzgitter gebaut. In den nächsten Wochen machen sich die Rurtalbahn-Mitarbeiter im Führerstand und der Werkstatt intensiv mit ihnen vertraut. Im Probebetrieb nehmen sie bereits Fahrgäste mit.
"Die Erfolgsgeschichte der Rurtalbahn geht weiter"
"In Kürze bieten wir all unseren Fahrgästen im Kreis Düren den besten Komfort. Die Erfolgsgeschichte der Rurtalbahn geht also weiter", unterstrich Landrat Wolfgang Spelthahn, Aufsichtsratsvorsitzender der Rurtalbahn GmbH, bei der Vorstellung der neuen Fahrzeuge im Pressegespräch.
Kreis Düren ist Vorreiter bei der Privatisierung der Eisenbahn
Alstom-Vertriebsleiter Jochen Slabon erinnerte daran, dass der Kreis Düren Anfang der 1990er Jahre Vorreiter bei der Privatisierung der Eisenbahn in Deutschland war, als er den Verkehr entlang der Rur, den die Deutsche Bundesbahn wegen mangelnder Auslastung einstellen wollte, mit der Dürener Kreisbahn aufrecht erhalten hatte. Bereits Mitte der 1990 lösten dann die ersten Regio-Sprinter die alten Schienenbusse ab. Heute ist der Kreis Düren zu 25,1 Prozent an der Rurtalbahn beteiligt. Der andere Gesellschafter ist die RATH GmbH.
Steckdosen für die Smartphone-Nutzer
Die Rurtalbahn hatte die Ausschreibung des Verkehrs zwischen Düren und Linnich gewonnen. In der Folge hat sie dann die drei neuen Triebwagen bestellt. Fünf ihrer neun Regio-Sprinter behält die Rurtalbahn nun als Ersatzfahrzeuge. Die anderen vier sind bereits verkauft worden. Sie werden nach einer Überholung in Osteuropa Dienst tun.
Dass der Lint 54 einige Jahre jünger als der Regio-Shuttle ist, merken die Passagiere übrigens an einem Detail. Ihnen stehen Steckdosen zur Verfügung, mit denen sie bei Bedarf die Batterien ihrer Mobiltelefone laden können.