Jülich: Das St. Elisabeth-Krankenhaus freut sich, zwei neue Chefärzte begrüßen zu können. Die Abteilung für Innere Medizin leitet nun Dr. med. Christoph Walter, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie, Medikamentöse Tumortherapie. Die neue Hauptfachabteilung Geriatrie und interdisziplinäre Altersmedizin steht unter Leitung von Herrn Andreas Pieper, Facharzt für Innere Medizin, Klinische Geriatrie.


Bei einer Feierstunde wurden die neuen Chefärzte vorgestellt und Dr. med. Michael Behnke, ehemaliger Chefarzt der Abteilung für Innere Medizin und ehemaliger ärztlicher Direktor des St. Elisabeth-Krankenhauses, verabschiedet.
Assessor jur. Gábor Szük und Dipl.-Kfm. Bernd Koch, Geschäftsführer der ctw, begrüßten die geladenen Gäste: Dr. Behnke, Dr. Walter und Andreas Pieper mit ihren Familien, Vertreter der Politik und der Krankenkassen, des Fördervereins des St. Elisabeth-Krankenhauses, des Gesundheitsverbundes Jülicher Land, niedergelassene Ärzte und Ärztinnen und natürlich Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Jülicher Krankenhauses. Anschließend dankte Szük zunächst Dr. med. Johannes Kuth, leitender Oberarzt der Abteilung für Innere Medizin, der die kommissarische Leitung der Abteilung für Innere Medizin für ein gutes Jahr übernommen hatte. Er hatte sich dazu sofort bereit erklärt und dafür gesorgt, dass keine Patienten verloren gehen.

Dann erfolgte die Verabschiedung von Dr. Behnke. Fast 18-Jahre leitete er die Abteilung für Innere Medizin, gut 8 Jahre war er ärztlicher Direktor des Jülicher Krankenhauses. Szük hob die sehr gute Zusammenarbeit in der Abteilung hervor und deren Ausbau mit den Schwerpunkten Gastroenterologie, Kardiologie und Pneumologie, die heute immer noch eine solide Basis des Krankenhauses bilden. „Ihnen gebührt unser aller Dank“, so Szük.
Nun ergriff Dr. Behnke das Wort. „Gemeinsam haben wir viel erreicht“, unterstrich er und legte dar, dass seit seinem Amtseintritt über die Jahre mehr Patienten im stationären und ambulanten dem Jülicher Krankenhaus das Vertrauen schenkten. Nicht nur die fachliche Ausweitung, auch die bauliche und technische Ausstattung wurde in seiner Ära vorangetrieben und modernisiert. Er dankte den Geschäftsführern der ctw für finanzielle Investitionen und den Weitblick sowie die positive Gesprächskultur und vertrauenvolle Zusammenarbeit. Anschließend dankte er Kollegen und Kolleginnen, den Pflegefachkräften, Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, auch aus den anderen Abteilungen und Bereichen des Krankenhauses, konsiliarisch tätigen Kollegen, Weggefährten und natürlich seiner Familie für die Unterstützung sowie der Stadt Jülich mit seinen zugewandten Menschen. Seinem Nachfolger Dr. Walter wünschte er gutes Gelingen.

Jetzt standen die neuen Chefärzte im Mittelpunkt: Dipl.-Kfm. Bernd Koch, Geschäftsführer der ctw,  stellte Dr. Walter und Herrn Pieper vor. Bei Dr. Walter waren die ctw-Geschäftsführer sich früh einig, einen sehr guten Chefarzt und auch einen seht guten Menschen gefunden zu haben, mit einer sehr authentischen Persönlichkeit. Herrn Pieper wiederum, der bereits länger am Haus ist und die Vorleistungen für die Geriatrie und interdisziplinäre Altersmedizin begonnen und etabliert hat, dankte er, dass „wir da sind, wo wir heute sind, mit dem Feststellungsbescheid und der neuen Abteilung am Haus“. Pieper sei immer für einen Schalk zu haben, aber ernsthaft bei der Arbeit, empathisch und nehme sich Zeit. „Das ist wichtig für einen Geriater.“

Dr. Walter bedankte sich zunächst bei seinem Vorgänger für die gut aufgestellte Abteilung für Innere Medizin. Die seit Jahrzehnten geforderte Verzahnung zwischen stationärer und ambulanter Versorgung, die sich im Allgemeinen schwierig gestalte, werde in Jülich schon längst gelebt. Er dankte ebenfalls Dr. Kuth für die kommissarische Leitung zuvor. In seinen ersten Wochen hat er zudem bereits große Unterstützung erfahren. Er stellte nun die Frage, wie sich die Abteilung in den kommenden Jahren entwickeln wird. Ein wichtiger Aspekt sei die demografische Entwicklung, die alle Fachabteilungen fordert. Hier sei die enge Zusammenarbeit mit Herrn Pieper und seiner Abteilung gefragt. Eine weitere Entwicklung zeige sich in der Behandlung von onkologischen Patienten, die zunehmende Bedeutung erlange. Auch hier steht die interdisziplinäre Zusammenarbeit und Vernetzung im Vordergrund. „Eine heimatnahe stationäre Behandlung von Schwerkranken und älteren Patienten ist wichtiger denn je.“ Das bereits breit aufgestellte Spektrum der Endoskopie soll erweitert werden. Aber auch gesellschaftliche Umbrüche und die Gesundheitspolitik stellen Herausforderungen dar. Dr. Walter ist ein ganzheitlicher Ansatz wichtig, die Konzentration auf die Kernkompetenz ärztlichen und pflegerischen Handelns. Dies stehe auch nicht im Gegensatz zu wirtschaftlichem Handeln.

Herr Pieper stellte fest, dass die Geriatrie eine junge Disziplin sei, die häufig noch Rechtfertigungsbedarf hervorrufe, da alte Menschen schon immer behandelt worden seien. Ein wichtiger Aspekt seiner Arbeit sei es, einen Schritt zurückzutreten und die Funktionalität und die Autonomie der Patienten zu erhalten. Er wolle eine Lanze brechen für die Interdisziplinarität, die vor Ort gelebt werde zum Wohle des Patienten. Werktäglich finde die Zusammenarbeit statt, die Spaß mache. Er freute sich, dass die ctw den richtigen Gedanken gehabt habe und alle mitgemacht hätten. Er freut sich auf die weitere Zusammenarbeit mit allen Teammitgliedern.
Dr. med. Klaus Hindrichs sprach als Ärztlicher Direktor ein Grußwort und erinnerte an das letztjährige Jubiläumsjahr – 125 Jahre St. Elisabeth-Krankenhaus Jülich.
Axel Fuchs, Bürgermeister der Stadt Jülich, hob den Standortvorteil hervor, den die Stadt mit einem eigenen Krankenhaus vor Ort hat, denn die Wahrscheinlichkeit sei groß, dass man einmal Hilfe brauchen werde. Das Krankenhaus sei auch stadtprägend, mitten in der Stadt gelegen. Vor allem die medizinische Arbeit für Senioren erwähnte er, da sie ins Bild von Jülich passe unter der Fragestellung „wie gehen wir mit unseren Senioren um“.

Hintergrund
Dr. Walter war viele Jahre Oberarzt der Medizinischen Klinik I des Klinikums Solingen, bevor er nun nach Jülich kam. Er beherrscht das gesamte Leistungsspektrum der diagnostischen und therapeutischen gastroenterologischen und hepatologischen Endoskopie. Neben Patienten aus dem Bereich der breiten Inneren Medizin betreute er zudem solche mit Tumoren. Wichtig ist ihm die enge Zusammenarbeit sowohl innerhalb des Krankenhauses als auch mit den niedergelassenen Kollegen.

Herr Andreas Pieper hat die geriatrische Versorgungsstation S1 und damit das Leistungsspektrum der neuen Fachabteilung Geriatrie und interdisziplinäre Altersmedizin aufgebaut. Er ist seit vielen Jahren in Jülich. Wichtig ist ihm die patientenorientierte Medizin durch engen Kontakt zu den niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen und den Fachärzten der anderen Fachabteilungen im Jülicher Krankenhaus.
Seit Oktober 2013 wird im Jülicher Krankenhaus ein umfassendes altersmedizinisches Behandlungskonzept umgesetzt. Es ist ein ganzheitlicher, medizinisch-therapeutischer Ansatz für die Behandlung des kranken, alten Menschen. Ziel ist es, die Fähigkeit, sich selbst zu versorgen, möglichst weitgehend zu erhalten oder wiederherzustellen sowie Pflegebedürftigkeit zu vermeiden oder zu mindern und die Patienten schnellstmöglich zu mobilisieren, um die Lebensqualität zu erhalten. 2015 hat das St. Elisabeth-Krankenhaus die Zertifizierung für das Qualitätssiegel Geriatrie für Akuteinrichtungen erfolgreich bestanden, 2016 die Zertifizierung zum Alterstraumazentrum DGU