Düren: Raus aus dem Erdgas, rein in eine klimafreundlichere Wärmeversorgung: Der Dürener Bauverein stellt drei Mehrfamilienhäuser am Steinweg und am Altenteich in der Dürener Innenstadt auf Wärmepum pentechnik um. Damit setzt das Wohnungsunternehmen einen weiteren Baustein seiner langfristigen Nachhaltigkeitsstrategie um.

„Wir wollen unseren Bestand Schritt für Schritt klimafreundlicher, energieeffizienter und unabhängiger von fossilen Energieträgern machen. Wärmepumpen sind dabei ein wichtiger Baustein. Entscheidend ist aber immer, welche Lösung zum jeweiligen Gebäude technisch und wirtschaftlich passt“, erklärt Niclas Kuck, Projektleiter Unternehmensentwicklung beim Dürener Bauverein. Denn eine pauschale Lösung für den gesamten Gebäudebestand gibt es nicht. Energetischer Zustand, Heizflächen, notwen dige Vorlauftemperaturen, Platzverhältnisse, Anschlussleistung und Wirtschaftlichkeit müssen bei je dem Haus neu betrachtet werden. Wo die Voraussetzungen stimmen, soll die Wärmeversorgung nach und nach umgestellt werden. In anderen Gebäuden können alternative oder kombinierte Systeme sinn voller sein.

Moderne Technik für bestehende Gebäude

Die aktuelle Umstellung betrifft die Häuser Steinweg 7 und 9 sowie Altenteich 5. Gerade im älteren Ge bäudebestand ist der Wechsel von einer Gasheizung zur Wärmepumpe anspruchsvoller als bei einem Neubau. Es wird deshalb nicht einfach nur ein Wärmeerzeuger ausgetauscht. Tiefbauarbeiten, neue Leitungen, die elektrische Versorgung und die Einbindung in die vorhandene Haustechnik müssen aufeinander abgestimmt werden. „Zum Einsatz kommt aktuelle Wärmepumpentechnik mit einer Leis tung von 20 Kilowatt, die speziell für Mehrfamilienhäuser konzipiert und auch für die vorhandenen Heizkörper geeignet ist“, berichtet Alexander Eckert, Geschäftsführer des Dürener Meisterbetriebs In wateck. Die Anlage arbeite mit einem natürlichen Kältemittel. Angestrebt werde, aus einer Kilowatt stunde Strom etwa vier Kilowattstunden Wärme zu erzeugen.

Partner aus Düren

„Bei diesem Projekt passen Technik, Wirtschaftlichkeit und Gebäude sehr gut zusammen“, sagt Kevin Fuchsreiter, Abteilungsleiter Instandhaltung beim Dürener Bauverein. „Dass wir die Umstellung mit ei nem langjährigen Partner aus der Region umsetzen können, ist ein zusätzlicher Vorteil. Die Wege sind kurz, die Abstimmung funktioniert schnell und auch bei Wartung oder Störungen haben wir einen An sprechpartner direkt vor Ort.“ Bei der Ausschreibung hatte sich das Dürener Unternehmen durchge setzt. „Ausschlaggebend waren neben dem Preis das Gesamtangebot und die langjährig bewährte Zu sammenarbeit mit Inwateck, ehemals Reinartz“, betont Fuchsreiter. Für Niclas Kuck passt diese Ko operation in ein größeres Bild: „Für uns gehört zu nachhaltiger Stadtentwicklung auch, Investitionen möglichst in der Region zu halten, wenn Preis, Qualität und Leistung stimmen.“

Ökologie und Wirtschaftlichkeit zusammen denken

Für die Mieterinnen und Mieter bedeutet die Umstellung vor allem eine moderne und zukunftsfähige Wärmeversorgung. Der Verbrauch fossiler Energie sinkt, damit auch die CO₂-Emissionen und die Be lastung durch die CO₂-Bepreisung von Erdgas. Gleichzeitig nimmt die Abhängigkeit von der Entwick lung der Gaspreise ab. Für den Bauverein gehört beides zusammen. Bei der Entscheidung für eine neue Heiztechnik zählen deshalb nicht allein die Investitionskosten. Auch Fördermöglichkeiten, Ener giepreise, Wartung und langfristige Betriebskosten fließen in die Bewertung ein. „Am Ende muss eine Lösung technisch passen, ökologisch sinnvoll sein und wirtschaftlich tragbar bleiben“, betont Niclas Kuck.

Für den Dürener Bauverein ist das Projekt deshalb mehr als der Austausch einer Heizungsanlage. Steinweg und Altenteich zeigen ganz konkret, wie der Bauverein seinen Bestand Schritt für Schritt wei terentwickeln will: mit weniger fossiler Energie, moderner Technik und Lösungen, die ökologisch und wirtschaftlich funktionieren.