Kreis Düren: Fluten machen nicht an Gemeindegrenzen halt. Deshalb haben NRW-Umweltminister Oliver Krischer sowie Vertreterinnen und Vertreter der Kommunalen Spitzenverbände, der Wasserverbände und der Bezirksregierungen in Düsseldorf den „Pakt für Hochwasserschutz“ unterzeichnet.

Er soll dafür sorgen, dass Schutzmaßnahmen künftig besser abgestimmt, schneller umgesetzt und Kommunen wie Wasserverbände gezielt unterstützt werden. Der Pakt schafft die Grundlage für eine engere Zusammenarbeit aller Akteure, verbindet technischen mit naturnahem Hochwasserschutz und stärkt so den Schutz der Bevölkerung vor zukünftigen Flutereignissen.

Als Vertreter der nordrhein-westfälischen Landkreise hat Dr. Ralf Nolten, Landrat des Kreises Düren, den Pakt mitunterzeichnet. Landrat Nolten ist seit mehr als 15 Jahren der Vertreter der Kreise in der Region im Verbandsrat des Wasser Verbandes Eifel-Rur (WVER) und war wasser- und umweltpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion.

Gemeinsam mit Prof. Dr. Christoph Landscheidt (Städte- und Gemeindebund NRW) und Christian Küsters (Städtetag NRW) erklärte der Wasserexperte: „Wir stehen ausdrücklich hinter dem Bestreben, Hochwasserschutzmaßnahmen schneller umzusetzen. Der Landespakt benennt die zentralen Handlungsfelder, um landesweit Projekte zeitnah planen, genehmigen und realisieren zu können. Hochwasserschutz bleibt zudem Aufgabe der Städte, Kreise und Gemeinden. Es liegt an ihnen, die dazu nötigen Prioritäten zu setzen und den Weg zu gestalten. Aber: Wasser macht nicht an der Stadtgrenze halt. Es muss also auch darum gehen, das Zusammenwirken aller Beteiligten besser aufeinander abzustimmen. Hochwasserschutz ist hochkomplex, generationenübergreifend und benötigt gesellschaftliche Zusammenarbeit. Das erfordert von den Städten, Kreisen und Gemeinden Ressourcen. Insofern ist es ein erster guter Schritt, dass das Land Kontinuität hinsichtlich der nötigen Fördermittel in Aussicht gestellt hat.“

Der Pakt für Hochwasserschutz basiert auf einer massiven Ausweitung der Schutzaktivitäten seit der Katastrophe von 2021. Insgesamt hat das Land seither rund 390 Millionen Euro zur Verfügung gestellt und mehr als 500 Projekte gefördert. Von der Flut im Sommer 2021 war auch der Kreis Düren betroffen, glücklicherweise aber nicht so stark wie andere Kommunen des Landes. „Wir nehmen den Hochwasserschutz sehr ernst“, betonte der Landrat, der anlässlich der Unterzeichnung auch an einer Podiumsdiskussion teilnahm.

Der Pakt sieht unter anderem vor, Planungsprozesse zu vereinfachen, Flächen für Deiche und Rückhalteräume im Konsens zu sichern und technische sowie naturnahe Maßnahmen stärker zu verzahnen. Bis 2037 stellt das Land dafür rund 1,1 Milliarden Euro bereit. Eine neue „Digitale Hochwasserplattform“ soll künftig alle Schritte – von der Bürgerbeteiligung über das Verfahren bis zur Auszahlung der Fördermittel – online abbilden und die Verwaltungen entlasten. Zudem werden Leitlinien entwickelt, um die Interessen von Hochwasserschutz und Naturschutz bereits in frühen Stadien in Einklang zu bringen.