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Das Spiel um Geld erfährt durch das Internet einen Boom. Die Frage nach der Versteuerung hat deswegen an Bedeutung gewonnen. Immerhin: Für den Löwenanteil der Spieler ist das Finanzamt kein Thema.

Online Casinos sorgen für Marktwachstum

Die Online Casinos haben den realen Spielbanken längst den Rang abgelaufen. Zahlreiche Traditionshäuser mussten bereits schließen, andere verzeichnen rote Zahlen und es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, wie lange die Pforten noch geöffnet bleiben. Im Gegensatz dazu registrieren Online Casinos weiterhin steigende Nutzerzahlen. Die Vorteile liegen auf der Hand: rund um die Uhr geöffnet, kein Dresscode, keine Wartezeiten – und das volle Angebot an Spielen. Weitere Anreize wie Willkommensboni kommen noch dazu und machen den Einstieg so einfach wie möglich.

Doch angesichts dieses Booms ist auch das Finanzamt aufmerksam geworden. Schließlich wird ein Großteil aller Glücksspielerträge nicht versteuert, und je größer die Gewinne sind, umso interessanter wird dieses Thema für den Fiskus.

Wichtig: die Definition von Glücksspiel

Im Mittelpunkt steht dabei die Unterscheidung zwischen den verschiedenen Glücksspielarten. Dort kristallisieren sich zwei Kategorien heraus:

  1. Reines Glücksspiel: Jene Spiele, die ausschließlich vom Glück, also von den Wahrscheinlichkeiten, beeinflusst werden.
  2. Spiele, bei denen Glück nur ein Faktor ist, aber nicht ausschließlich, da es nicht nur um Wahrscheinlichkeiten geht.

Bekannte Vertreter der ersten Kategorie sind Roulette oder Slot Games. Bei diesen macht das Können des Spielers kaum einen Unterschied: Von Runde zu Runde hat man lediglich die Wahl, für welche Wahrscheinlichkeit man sich entscheidet. Reine Glücksspiele sind steuerlich unantastbar, weil sie eben „nur“ auf Glück basieren. Und ohnehin sind dort dauerhafte Gewinne nur selten möglich, da der Bankvorteil immer bei über 50 Prozent liegt – und diese mathematische Tatsache setzt sich auf lange Sicht durch.

Das beste (und wichtigste) Beispiel für Spiele der zweiten Kategorie ist Poker. Beim Poker spielen Spieler schließlich nicht gegen die Bank, sondern gegeneinander. Das Können wird damit zum maßgeblichen Faktor und regelmäßigen Spielern kann eine klare Gewinnabsicht unterstellt werden. Poker-Profis müssen ihre Gewinne also versteuern. Gelegenheitsspieler dagegen nicht, da ihre vereinzelten Gewinne dem Glück zugeordnet werden.

Fazit: Auf das Spiel kommt es an – und auf die Bilanz

Entscheidend für die Versteuerung von Glücksspielgewinnen sind also die Art des Spiels sowie die Regelmäßigkeit. Der größte Teil aller Spieler, ob online oder offline, braucht sich um die Steuer keine Gedanken zu machen. Serien-Sieger im Poker sollten sich allerdings früh mit dem Finanzamt absprechen, um Ärger zu vermeiden. Dasselbe gilt übrigens auch für professionelle Gamer, von denen es in Zukunft noch viel mehr geben wird.

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