Landrat Wolfgang Spelthahn (3.v.l.) präsentierte mit seinem Heinsberger Landratskollegen Stephan Pusch (3.v.r.), der Linnicher Bürgermeisterin Marin Schunck-Zenker sowie dem Hückelhovener Bürgermeister Bernd Jansen (2.v.l.) und anderen Verantwortlichen die Pläne zum Lückenschluss der Rurtalbahn zwischen Linnich und Baal

Kreis Düren / Heinsberg: "Wenn wir wachsen wollen, müssen wir unsere Infrastruktur ausbauen", sagt Landrat Wolfgang Spelthahn. Der Kreis Düren möchte wachsen und ist deshalb daran interessiert, das Schienennetz der Rurtalbahn um den Abschnitt zwischen Linnich und Hückelhoven-Baal zu erweitern. Und zwar so schnell wie möglich. "Lückenschluss": So wird dieses seit Jahren diskutierte Projekt in der Öffentlichkeit gerne genannt. Die Trasse für die Gleise steht weitgehend zur Verfügung.

Auf einer Pressekonferenz im Linnicher Rathaus bekräftigte Landrat Spelthahn die Dringlichkeit eines Ausbaus. "Im Wettbewerb der Regionen können wir nicht warten." Die Kreise Düren und Heinsberg stünden durch das absehbare Ende der Tagebaue vor einem Strukturwandel und müssten daher möglichst attraktive Voraussetzungen schaffen. Dazu gehöre auch eine zukunftsweisende Mobilität. Um den zügigen Lückenschluss voranzutreiben, kamen im Rathaus von Linnich weitere am Projekt interessierte Akteure zusammen, unter anderem Hausherrin und Bürgermeisterin Marion Schunck-Zenker, der Heinsberger Landrat Stephan Pusch, der Bürgermeister von Hückelhoven, Bernd Jansen, Heiko Sedlaczek aus der Geschäftsführung des Nahverkehr Rheinland (NVR) sowie Vertreter des Forschungszentrums Jülich und der Fachhochschule Aachen. Wenn die Strecke zwischen Linnich und Baal aktiviert ist, lässt sich die Rurtalbahn an die Hauptstrecke Aachen-Mönchengladbach anbinden. Pendler können dann vor allem den Großraum Düsseldorf besser erreichen.

Kreis würde in Vorleistung gehen

Landrat Spelthahn sagte, dass die Kommunen bereit seien, "in Vorleistung zu gehen". Dabei geht es nicht nur um die Bereitschaft, die Planungskosten vorzufinanzieren, sondern - falls notwendig - auch die Ausbaukosten. Das gesamte Projekt wird derzeit mit einem Kostenaufwand von 20 bis 25 Millionen Euro beschrieben. Unter diesen Umständen, so Spelthahn, sei es "unser Ziel", dass die sechs Kilometer Schienen zwischen Linnich und Baal in fünf Jahren verlegt wären. Planungs- und Genehmigungsverfahren könnten so beschleunigt werden. Die vorfinanzierten Mittel würde sich der Kreis Düren dann zurückholen. Der Bund hat in Aussicht gestellt, die Region aufgrund des Strukturwandels mit rund 375 Millionen Euro zu unterstützen.

Dass der Ausbau der Schienenstrecke sinnvoll ist, bekräftigte Kai Pachan. Der Verkehrsplaner und -gutachter sagte angesichts der von ihm prognostizierten Fahrgastzahlen, dass der Nutzen höher sei als die Kosten. Sein Büro empfehle das Projekt, es sei wichtig, jetzt ein Signal ans Land zu senden. Derzeit ist der Lückenschluss zwischen Linnich und Baal noch dem sogenannten Zielnetz 2030+ zugeordnet. Die Landräte und Bürgermeister aber wollen mit ihrem Auftritt heute (12. Juni) einen festen Schulterschluss demonstrieren, um darauf aufmerksam zu machen, dass ihnen an einem deutlich schnelleren Ausbau gelegen ist. Wie schnell, das machte Landrat Spelthahn augenzwinkernd deutlich. Er habe schon jetzt einen Spaten ins Auto gelegt, um jederzeit bereit zu sein, wenn die Arbeiten beginnen.

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