Düren (pm/dn) „Es waren spannende Jahre“, sagt der Dürener Dieter Schoeller auf die Zeitspanne seit 2009 zurückblickend, in der er den Schritt in die Selbständigkeit wagte und „Headup Games“ gründete. Bürgermeister Paul Larue und Heinz Mann-heims von der Wirtschaftsförderung der Stadt machten sich vor Ort ein Bild von der expandierenden jungen Firma.

 

Die Geschäftsidee von „Headup Games“ ist es, das Marktpotential von Computer Spielen zu entdecken und sie zur Marktreife zu bringen. Sechs Mitarbeiter und eine Praktikantin zählen inzwischen zum Team von Dieter Schoeller, das kürzlich in großzügige Büroräume in Birkesdorf umgezogen ist. Alle Türen stehen offen, der Meetingraum für Besprechungen nimmt die zentrale Stelle an. Dieter Schoeller, der in Münster Jura studiert hat, holte drei seiner jetzigen Mitarbeiter aus seinem früheren Studienort nach Düren in seine Firma, wobei einer der drei ein ausgebildeter Informatiker ist. „Die meisten in der Branche sind Quereinsteiger“, sagt Dieter Schoeller. Was hier gefragt ist, ist Fantasie, Vorstellungskraft, Kreativität und parallel dazu der Blick für das Machbare. Den bringt Dieter Schoeller in reichem Maße mit, in dessen Adern das Blut von Generationen von Dürener Firmengründern fließt und der sein Jurastudium für den Abschluss von Verträgen in der Firma gut gebrauchen kann.

Dass er dem Firmennamen „Headup“ gemäß seinen Kopf hoch tragen kann, zeigen zum einen die Bilanzen, zum anderen aber auch Preise, die die junge Firma einheimste und den guten Ruf, den sie sich in kurzer Zeit erworben hat.

Der Markt, auf den Dieter Schoeller gesetzt hat, ist riesig, die Dürener Firma bundesweit eine von rund 30 Firmen. Headup setzt lokal auf den Nischenmarkt, entwi-ckelt hochwertige Boxen, die bei Sammlern begehrt sind, weil sie Beigaben wie zum Beispiel 3-D-Brillen und Aufkleber enthalten. „Global gehen wir Richtung Massenmarkt“, sagt Dieter Schoeller und berichtet, dass die Firma vor rund zwei Jahren den mobilen Markt geentert hat und das auf Anhieb sehr erfolgreich. Gute Erfahrungen hat man mit dem „Bundle-System“ gemacht: Die Kunden zahlen für ein Bündel Spiele, was sie wollen und davon geht auch noch ein Teil, an eine Charity-Einrichtung. Es funktioniert, weil hier die Masse den Umsatz macht. Großen Erfolg erzielte Headup mit dem „Brückenspiel“  „Bridge Constructor“, als App weltweit verfügbar, das in 35 Ländern auf Platz 1 der Apple Spiele Charts kam, 13 Millionen Menschen erreichte und bislang über 3 Millionen Mal verkauft wurde.

Die jüngsten Erfolge: Gleich zwei Titel aus dem Hause Headup Games wurden für den deutschen Kinderspielpreis TOMMI nominiert. (Herausgeber des TOMMI sind der Family Media Verlag Freiburg und das Büro für Kindermedien FEIBEL.DE in Berlin). Unterstützt wird die Auszeichnung von der Stiftung Lesen, ZDF tivi, der Frankfurter Buchmesse und dem Deutschen Bibliotheksverband e.V.

Über 70 Titel wurden inzwischen von der Firma zur Marktreife gebracht. 2012 erhielt Headup den Deutschen Entwicklerpreis als bestes Verlagshaus im Spielebereich, verliehen vom Entwicklerverband. „Das ist ein Sympathie- und Vertrauensbeweis und ein Zeichen dafür, dass wir auf dem Markt etabliert sind.“, freut sich Dieter Schoeller.

Trotzdem ist Planbarkeit in der Branche für die kleine Firma über den Zeitraum eines halben Jahres hinaus nicht möglich. Und auch der Schritt in die Konsolenwelt wurde bislang noch nicht gewagt. „Das ist ein teurer Markt und durch die Lizenzgebühren ein risikoreiches Geschäftsmodell“, erklärt Dieter Schoeller, der als Ge-schäftsführer genau zwischen Risikobereitschaft und Tollkühnheit abzuwägen weiß. Dass er auch eine kreative Seite hat, beweist u.a. das Projekt, mit dem seine Firma einen Wettbewerb gewonnen hat. Der Musikfan Dieter Schoeller reichte eine Idee ein, die er schon lange mit sich herumtrug: Der Spieler inszeniert sein eigenes Rock-Festival und kann dazu die Musik real existierender, aber bislang unbekannter Bands einsetzen. Die Bands, die aufgrund einer Abstimmung unter den Spielern, am besten gefallen, erhalten dann die Chance, auf einem echten Rockfestival aufzutreten. Spiel und Realität gehen damit fließend ineinander über und beeinflussen sich gegenseitig.

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