Landrat Wolfgang Spelthahn (2.v.r.) für den Kreis Düren sowie Walter Oreschkowitsch (pro familia Düren, v.l.), Friedhelm Schreckenberger (Evangelische Gemeinde zu Düren) und Beate Nießen (donum vitae e.V. Düren, r.) unterzeichneten die Rahmenvereinbarung zur Verwendung der Mittel aus dem Verhütungsmittelfonds des Kreises Düren. Hinten: Sandra Stewart (Evangelische Gemeinde) und Dr. Norbert Schnitzler (Leiter des Kreisgesundheitsamtes). Foto: Kreis Düren

Kreis Düren: Der Kreis Düren unterstützt bedürftige Menschen ab sofort bei der Familienplanung. Nachdem der Kreistag im Doppelhaushalt 2019/2020 15.000 Euro pro Jahr zur Finanzierung von Verhütungsmitteln vorgesehen hatte, unterzeichneten Landrat Wolfgang Spelthahn und die Vertreter von drei Schwangerschafts(-konflikt)beratungsstellen im Kreis Düren jetzt eine Rahmenvereinbarung zur Verwendung dieses Geldes.

Den Vertrag unterzeichneten Friedhelm Schreckenberger (Psychologisches Beratungszentrum der Evangelischen Gemeinde zu Düren - Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung), Walter Oreschkowitsch (pro familia - Deutsche Gesellschaft für Familienplanung, Sexualpädagogik und Sexualberatung e.V. - Beratungsstelle Düren) und Beate Nießen (donum vitae e.V. Düren).   

Seit dem Inkrafttreten des Gesundheitsmodernisierungsprogramms am 1. Januar 2004 können den Sozialleistungsempfängern nur noch Leistungen gewährt werden, die denen der gesetzlichen Krankenkassen entsprechen. Das hatte zur Folge, dass Sozialhilfe- und Arbeitslosengeld-II-Bezieher sowie andere einkommensschwache Menschen seitdem für die Kosten von Verhütungsmitteln selbst aufkommen müssen. Dies ist ihnen nach der Erfahrung der Schwangerschafts(-konflikt)beratungsstellen im Kreis Düren jedoch oftmals nicht möglich. Bis auf den jeweiligen Eigenanteil übernimmt der Kreis Düren nun die Kosten aus eigenen Mitteln. Ab sofort können nach entsprechender Beratung Zuwendungen  aus dem Fonds an nachweislich hilfebedürftige Einwohner des Kreises Düren ausgezahlt werden.

"Die Nachfrage ist enorm hoch, die Bezuschussung wird dringend benötigt", wusste Walter Oreschkowitsch aus der Praxis zu berichten. Das bestätigte Sandra Stewart für die Beratungsstelle der Evangelischen Gemeinde: "Besonders viele Anfragen kommen von Frauen mit niedrigem Einkommen." Für Donum Vitae begrüßte Beate Nießen das Engagement des Kreises Düren. Landrat Wolfgang Spelthahn freut sich, dass es nach dem einstimmigen Kreistagsbeschluss nun allen möglich ist, ihre Familienplanung bewusst anzugehen: "Dadurch entfällt viel nachfolgende Beratung." 

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